Das Schulsystem der DDR - weder gerecht noch durchlässig aber effizient . #POS #Abitur #Schule #Schulwesen #PISA

Der Mythos Ostschule

Im Schulsystem der DDR sehen manche bis heute ein Stück Sozialismus, das funktionierte und wert gewesen wäre, übernommen zu werden. Doch der Schein trügt: Das System war weder gerecht noch sozial durchlässig - als Vorbild taugt es nicht.

Von Ralf Schuler

Angela Kasner (2. Reihe, Mitte, leicht verdeckt) mit ihren Schulfreunden aus der 10. Klasse der Polytechnischen Oberschule Templin/Brandenburg (Archivfoto von 1971). Das damals junge Mädchen heißt heute Angela MerkelAngela Kasner (2. Reihe, Mitte, leicht verdeckt) mit ihren Schulfreunden aus der 10. Klasse der Polytechnischen Oberschule Templin/Brandenburg (Archivfoto von 1971). Das damals junge Mädchen heißt heute Angela Merkel

16. August 2010 

Die DDR-Schule ist ein Mythos. Viele haben daran mitgewirkt, dass sich dieses Stück DDR-Inventar mit so vermeintlich passablem Ruf über die Zeiten gerettet hat.

Bildungsreformer West finden in der zehnjährigen Polytechnischen Oberschule der DDR (POS) eine Projektionsfläche für möglichst langes gemeinsames Lernen, und wenn nach den Sommerferien in Berlin die neue Sekundarschule die Hauptschulen ersetzt, wenn in Nordrhein-Westfalen und in Hamburg übers Gymnasium gestritten wird, dann glitzert immer auch die Fata Morgana der Ostschule am Horizont. Bei Gegnern wie Befürwortern differenzierter Bildungswege - und erst recht, wenn die Linkspartei mit von der Partie ist.

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Gerechte Bildung auf hohem Niveau für alle?

Bildungspolitik: Der Mythos Ostschule

Denn die Bewahrer von Ost-Biographien in den neuen Ländern (“Es war nicht alles schlecht“) und jene des DDR-Angedenkens in den alten Ländern halten die POS heute ebenfalls hoch als Symbol dafür, dass nicht nur Grüner Pfeil und Ampelmännchen in die Einheit hätten „eingebracht“ werden können, sondern auch die gerechte Bildung auf hohem Niveau für alle. Ein Stück Sozialismus, das funktionierte und wert gewesen wäre, übernommen zu werden. Doch der Schein trügt.

Selbst wenn man die durchgreifende Indoktrinierung der Honeckerschen Schule - Margot Honecker war von 1963 bis 1989 (!) Bildungsministerin der DDR - beiseite lässt, taugt die Ostschule nicht als Vorbild, ja sie ist nicht einmal Indiz dafür, dass gemeinsames Lernen fruchtbarer ist als frühe „Selektion“ - ein Begriff, der gerade wegen seines diskreditierenden Untertons in die heftig geführte Bildungsdebatte eingeführt worden sein dürfte.

Niedrigere Abiturquote als in der Bundesrepublik

Auch ein heilsamer Effekt sozialer Durchlässigkeit ist der Ostschule schwer zu bescheinigen. Und die Abiturquote in der DDR - zwischen fünf und fünfzehn Prozent - lag zu allen Zeiten deutlich unter jener der Bundesrepublik.

Um als Vorbild zu dienen, müsste sich das DDR-Bildungssystem wenigstens einmal einem vergleichbaren Test unterzogen haben, wie die bundesdeutschen Schulen. Etwas Ähnliches wie Pisa hat es in der DDR allerdings nie gegeben. Schon diese Tatsache macht den unbefangenen Vergleich schwer.

Wer die DDR-Schule durchlaufen hat und mit nüchternem Blick zurücksieht, wird aber auch empirische Zweifel an der Überlegenheit hegen. Wenn man sich vor Augen führt, dass alle Schüler von der fünften Klasse an Russisch lernen mussten und dass dennoch kaum jemand die Sprache einigermaßen alltagstauglich beherrschte, dann kann die Vermittlung des Stoffes nicht sonderlich effektiv gewesen sein.

Kein individuelles Fördern, Fordern und Betreuen

“Olle DDR“: Das Lesebuch “Unsere Fibel“ aus dem Unterricht der 1. Klasse an einer Polytechnischen Oberschule präsentiert die Leiterin des gleichnamigen Projekts, Christine Hansen, in einem nachgestalteten Klassenraum in einer Ausstellung in Apolda"Olle DDR": Das Lesebuch "Unsere Fibel" aus dem Unterricht der 1. Klasse an einer Polytechnischen Oberschule präsentiert die Leiterin des gleichnamigen Projekts, Christine Hansen, in einem nachgestalteten Klassenraum in einer Ausstellung in Apolda

Ansonsten pflegte die Pädagogik in der DDR einen eher „schnörkellosen“ bis autoritären Stil der frontalen Ansage von Formeln und Inhalten, der heute keine Akzeptanz mehr finden würde und auf unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten der Schüler kaum Rücksicht nahm.

Zur nachträglichen Adelung des DDR-Bildungssystems wird immer wieder angeführt, dass sogar Pisa-Primus Finnland das Modell der Ostschule übernommen habe. Das stimmt bestenfalls zur Hälfte und eigentlich nicht. Finnland hat die zehnjährige Gemeinschaftsschule übernommen und um ein ausgeklügeltes System an Stütz- und Hilfslehrern ergänzt, die sehr individuelles Fördern, Fordern und Betreuen im Klassenverband ermöglichen. Das gab es in der DDR nicht.

Ohne höheren Anspruch

Wer die Ostschule durchlaufen hat, wird in aller Regel die Erfahrung bestätigen, dass die schlechten Schüler der ersten Jahre auch als „Loser“ die zehnte Klasse verließen oder schon nach der achten in eine Lehre wechselten. Wer nicht mitkam, musste sich halt mehr anstrengen, wer sich nicht mehr anstrengte, blieb sitzen und hatte Pech.

Einen höheren Anspruch hatte die Ostschule nicht. Vorwerfen kann man ihr das nur bedingt, schließlich gab es keine vergleichbaren Bildungsdebatten in der DDR, und das straff geführte, zentralistische Bildungssystem hatte in erster Linie der Wissensvermittlung und der weltanschaulichen Prägung des sozialistischen Nachwuchses zu dienen.

Selektion durch „Elite“-Schulen

„Selektiert“ wurde in der DDR-Schule übrigens auch: Wer Schulen mit verstärkter Leistungsförderung für Sport, Russisch, Musik oder Mathematik besuchen wollte, wechselte - so er denn die Chance dazu erhielt - bereits nach der zweiten Klasse an diese Sonder-, man könnte auch sagen „Elite“-Schulen.

Was die soziale Durchlässigkeit betrifft, widerlegt das DDR-Bildungssystem eher die These, dass gemeinsames Lernen als Fetisch-Formel genügt, um den Aufstieg bildungsferner Schichten zu fördern.

Das lässt sich sogar recht einfach belegen, weil die Zugehörigkeit zur sozialen Schicht von Anfang an im Klassenbuch vermerkt war. Trotz vielfältiger Bemühungen zur Förderung von Arbeitern, Bauern und deren Kindern, die ja die „herrschenden Klassen“ sein sollten, waren auf ostdeutschen Universitäten zum Leidwesen der SED-Funktionäre Intelligenzler-Abkömmlinge nahezu unter sich.

Aufstieg der „kleinen Leute“

In meiner Abiturklasse gab es eine einzige Schülerin, bei deren Vater „Arbeiter“ in der entsprechenden Spalte verzeichnet war. Sie verließ die „Erweiterte Oberschule“, das DDR-Pendant zum Gymnasium, vorzeitig nach der zehnten Klasse, weil ihre Leistungen nicht ausreichten. In der gesamten Abiturstufe aus sechs Klassen sah es nicht viel anders aus, obwohl zum Aufbessern der Statistik schon die „bewaffneten Organe“ Polizei und Nationale Volksarmee sowie Mitarbeiter des Staatsapparates zur „Arbeiterklasse“ gezählt wurden.

Dass in der Erinnerung vieler DDR-Bürger heute der Eindruck entsteht, sich aus kleinen Verhältnissen emporgearbeitet zu haben, liegt auch daran, dass es in der DDR im Grunde nur „kleine Verhältnisse“ und „kleine Leute“ gab.

Die SED, deren Funktionäre in der Vorkriegszeit noch die hermetische Verschlossenheit bürgerlich-elitärer Bildungseinrichtungen kennengelernt hatten, mühte sich in der Tat redlich, alle materiellen Schranken für den Zugang zu hohen und höchsten Abschlüssen zu beseitigen.

Am Ende zeigte sich, was auch heute noch durch jeden neuen Bildungstest bestätigt wird: Das Elternhaus ist für die Förderung kindlicher Anlagen von Wissbegierde und Lernfreude weitgehend unersetzbar. Die nahezu flächendeckende frühkindliche und vorschulische Betreuung in der DDR hat daran nichts ändern können.

Vorteil: Effiziente Lehrpläne durch Zentralisierung

Einen entscheidenden Vorzug hatte das DDR-Bildungssystem allerdings: So verhängnisvoll und quälend die zentrale Kontrolle auf dem Feld der ideologischen Indoktrination und bei der (Ver-)Formung junger Menschen war, so sinnvoll und effektiv war die Zentralisierung bei der interdisziplinären Erarbeitung effizienter Lehrpläne.

Wenn in der Ostschule im Physikunterricht Schwingungen und Wellen durchgenommen wurden, waren in Mathe Winkelfunktionen (Sinus, Kosinus, Tangens etc.) dran, so dass die natürliche Herleitung der abstrakten Funktionen mit dem Berechnen von Wellen in beiden Fächern einherging.

Die Photosynthese kam in Biologie an die Reihe, wenn zuvor kettenförmige Kohlenwasserstoffe in Chemie erklärt worden waren. Erst Atommodell und elementare Bindungsformen im Chemieunterricht, dann Kernspaltung in Physik und so fort.

Nahezu flächendeckende Ungleichzeitigkeit

Was wie pädagogische Kleinklauberei erscheinen mag, ist bei näherem Hinsehen entscheidend für die effiziente Wissensvermittlung. Lernen und Erkennen sind im besten Falle eine spannende Geschichte, die sich ständig fortschreibt, deren Handlung sich in verschiedenen Strängen verlängert.

Heute werden aber selbst innerhalb einer Schule von Jahrgang zu Jahrgang von unterschiedlichen Lehrern unterschiedliche Bücher und Arbeitshefte verwendet, die, jedes für sich genommen, unbestritten beeindruckende didaktische Ansätze haben. Die nahezu flächendeckende Ungleichzeitigkeit, die ich im Schulalltag meiner drei Kinder erlebe, führt aber dazu, dass weniger hängenbleibt und durch die nötigen Wiederholungen weniger Stoff in die zur Verfügung stehende Zeit hineinpasst.

Da darf man sich am Ende nicht wundern, wenn vom „Schwarzbrot-Wissen“ zu wenig hängenbleibt und Ausbilder ebenso wie Universitäten über mangelnde Grundkenntnisse klagen. Die „Defragmentierung“ der Lehrpläne bleibt eine ungelöste Aufgabe im Bildungssystem.

Wer Schule in der DDR erlebt hat, dem wird die gegenwärtige Debatte über Schulformen als vertane Zeit erscheinen. Jahrgangsübergreifendes Lernen in der Grundschule und zwischen siebter und zehnter Klasse löst die Schüler-Gemeinschaften ohnehin teilweise auf. Gemeinschaftliches Lernen ohne differenzierte Begleitung für Begabte und Lernschwache ist sinnlos, und die Hauptschule versagt vor allem deshalb, weil vor lauter Form-Diskussion in all den Jahren niemand darangegangen ist, sie so zu ertüchtigen, dass sie ihrer Klientel gerecht wird.

Schule steht und fällt mit den Lehrern, nicht mit den Namen der Schule. Und ohne die Eltern wird es auch in Zukunft nicht gehen. Das wäre allerdings auch nicht wünschenswert. Wenn immer mehr Autos kaputt vom Band laufen, kann man nicht einfach die Zahl der Werkstätten erhöhen.

Ralf Schuler ist Politikchef der „Märkischen Allgemeinen“ in Potsdam.

 

Lesermeinungen zum Beitrag

16. August 2010 13:53
Über den eigenen Schatten springen....  [12]

.. zur Info.
In den 70 Jahren - immer noch kräftiger kalter Krieg - wurden an einer Ingenieurschule, damals noch Polytechnikum - im tiefen Unterfranken - Fachbücher (hier Mathematik für Ingenieurschulen ) aus der "DDR" empfohlen und wie selbstverständlich genutzt. Waren prima, wenn mir der "flapsige" Ausdruck erlaubt ist. Gruß..

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16. August 2010 13:06
Herr Schuler  [20]

Das Bildungssystem der DDR hat sehrwohl einen Test mit Vravur bestanden. Und zwar die PISA Studie selbst. Es ist kein Zufall, daß Finnland dort ganz oben zufinden. Die Finnen sanden in den 80zigern Studenten nach Ost und West um die deutschen Bildungssystem kennenzulernen. Auf diesen Erkenntnissen strukturierte man das finnische Schulsystem um und übernahm zu großen Teilen das Bildungssystem der DDR und verfeinerte es mit einigen Aspekten des westdeutschen Bildungssystem. Die Ungerechtigkeiten in der DDR-Bildungen lagen nicht in der Struktur, sondern der politischen Steuerung. Dies ist ein gravierender Unterschied.

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16. August 2010 13:02
Der Mythos Westschule  [22]

Wundert sich eigentlich niemand in den westlichen Bundesländern darüber, das man seit wenigstens 20 Jahren Lehrlinge und Fachkräfte importieren muss ? Warum sind denn heute soviele "Ossis" und andere Menschen aus aller Herren Länder im ehemaligen Westen ? Weil das Gros der hiesigen Söhne und Töchter heute lieber Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft als Mathe oder Physik studiert. Wer nicht studiert ergreift einen Labertaschenjob wie Bankkaufmann oder Handyverkäufer, die uns keinen Schritt voranbringen. Uns fehlen Ärzte, Ingenieure, Wissenschaftler, Maschinenbauer, Elektrotechniker, Krankenschwestern ... und was bilden wir aus ?
Das DDR-Schulsystem war mit Sicherheit nicht perfekt und es gäbe viel daran zu verbessern. Wer aber behauptet, dass unser aktuelles System besser aussieht, der hat m.E. einen ganz schönen Knick in der Optik.
Mir wäre es lieber wir würden darüber diskutieren wie man das heutige System verbessern kann, z.B. durch stärkere Trennung von Schülern mit unterschiedlichen Leistungsniveaus, da wir auf Gesamtschulen entweder unsere besten Talente demotivieren oder unsere schwächeren Schüler überfordern. Ändert sich das Leistungsniveau muss natürlich auch ein Wechsel möglich sein.

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16. August 2010 12:31
Schade  [27]

Es ist wirklich nicht zu glauben, was manche Mitbürger so für einen Stuss von sich geben. Ist es denn Ungerecht in einem Schulsystem, dass Schüler, die den Lerninhalt nicht schaffen oder schaffen können, nicht auf eine erweiterte Schule gehen? Wenn ich höre, dass es im Osten prozentual nicht so viele Abiturienten wie im Westen gab, dann war das doch in Ordnung. Die allgemeine Bildung eines Schülers war aber wesentlich höher. Was nützen der Gesellschaft Abiturienten, die keinen Dreisatz oder nicht richtig lesen, aber dafür besonders gut diskutieren können? Das Problem für die Schüler, die keine höhere Bildung erreichen, ist doch nicht das Fehlen dieser Bildung, sondern das Fehlen entsprechender bezahlter Arbeitsplätze für diese Schüler. Es gab eben noch Berufe, für die kein Abitur notwendig war. Nicht jeder wollte oder musste einen Hochschulabschluss haben. Die Berufe gibt es heute auch noch, aber anscheinend zählen diese für Sie nicht?Wir haben heute Hochschulabsolventen mit Doktortitel, die als Taxifahrer oder in anderen, zu ihrer Ausbildung entfernten Tätigkeiten, arbeiten. Ist das Gerecht und für die Entwicklung der Gesellschaft vorbildlich? Ist das Ihr Vorbild? Da war mir das Schulsystem der DDR aber lieber.

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16. August 2010 12:28
Wer meint, dass ein höherer Anteil Abiturienten ein Qualitätsnachweis...  [77]

...eines Bildungssystems wäre, diskretisiert sich selbst. Das Gegenteil ist richtig. Wenn man sich eine beliebige deutsche Massenuniversität anschaut, wird man sehen, das ein Mehr vom Selben (Paul Watzlawik) eher das Gegenteil bewirkt. Auch den Wissensstand der Menschen nach vielen Jahren Russisch als Beleg für die Qualität eines Schulsystems heranzuziehen, ist ganz und gar unwissenschaftlich. Denn Russisch war wie Staatsbürgerkunde auch, ein äußerst ungeliebtes Fach. Und schließlich PISA-Tests als vergleichendes Kriterum zu nennen, geht auch an der Sache vorbei, da diese erst im Jahr 2000 eingeführt wurden. In den früheren internationalen Vergleichen (Mathe, Physik etc.) schnitten die DDR-Schüler jedenfalls gut ab. Und es gab nach der Wende eine große "Stern"-Studie bei Abiturienten in Ost und West, bei der die "Ossis", obwohl in dieser Zeit schon wendegeschädigt, besser abschnitten. Fazit Herr Schuler: Thema meilenweit verfehlt, fünf, setzen.

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16. August 2010 12:27
Vergleich des Wesentlichen entscheidend  [53]

Ein reichlich polemischer Artikel der zu vergessen scheint, dass das Bildungssystem der DDR vor 20 Jahren beendet wurde. Natürlich erscheinen die ein oder anderen Züge daraus nicht mehr "up to date".
Jedoch glaube ich, dass es reicht die Basis des staatlichen Bildungssystems in DDR mit dem in der BRD (bis heute) zu vergleichen:
Ein einheitlicher stabiler Lehrplan (- in dem es bei weitem nicht nur um "Indoktrination" ging, wie uns der Autor weismachen will -) für das ganze Land vs. "jedes Bundesland kann machen, was es will".
Die Folgen des letztgenannten Unsinns kann man nicht nur daran ausmachen, dass Abiturleistungen (& Studienzulassungen) kaum vergleichbar sind. Auch bei Wohnortwechseln (über Landesgrenzen hinaus) stehen die Kinder z.T. vor massiven Problemen. So werden Schüler aus anderen Bundesländern, die nach Bayern kommen meist ein Jahr niedriger eingestuft.
Diese Problematik kommt in dem Artikel deutlich zu kurz.

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16. August 2010 10:40
"Bildungsforscher" und "Erziehungswissenschaftler"  [47]

Bereiche in denen man auf die falschen "Experten" hört. Politisierte Altlinke C4 Professoren die "Wissenschaft" ganz nach politischer Linie betreiben. Eigentlich schade, da sie ihr eigenes Fach ad absurdum führen.

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16. August 2010 08:13
Nein, Herr Schlamp, Sie haben nichts falsch gemacht...  [81]

und endlich wird es durch die FAZ bestätigt. Wir haben alle nichts gegen Polemik, Ideologie und Propaganda, solange sie das eigene Selbstwertgefühl schützen. Von welcher empirischen Relevanz die Aussage eines Journalisten sein mag, das Bildungssystem sei für Arbeiterkinder auch nicht durchlässiger gewesen, weil in seiner Klasse nur eine Schülerin zur Arbeiterklasse gehört und nichtmal das Abitur geschafft hätte, ist nebensächlich. Sicher, es fand eine Auslese statt, aber entscheidend war der Notendurchschnitt, nicht die Herkunft. Daß in der DDR akademische Berufe nicht zwingend höheres Einkommen und höheren sozialen Status einbrachten und deshalb für viele, deren Eltern als Arbeiter nunmal einen (zeit- und situationsgemäß) wünschenswerten Lebensstandard erzielten, nicht erstrebenswert waren, wird zur Stützung der eigenen These ausgeblendet. Und daß jemand, der es mit nichts außer einem NC-freien Pädagogikstudium in akademische Kreise geschafft hat, Frontalunterricht ablehnt, der nunmal eine gewisse Vorbereitung und Sicherheit im Vortrag verlangt, ist kaum verwunderlich. Die herausragenden Erfolge des 'Unterrichtsgesprächs', in dem lediglich die verschiedenen Meinungen der Schüler moderiert werden, erleben wir ja täglich.

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15. August 2010 22:07
Es geht nicht um Sozialismus oder Gymnasium, es geht um unsere Kinder!  [104]

Ich vermisse eine realistische Betrachtung der jetzigen Zustände. Ich habe zwei schulpflichtige Kinder und kann nur, ob der chaotischen Zustände, den Kopf schütteln. Seit ich mein Abitur 1991 im Osten nach westdeutschen Bedingungen gemacht habe, hat sich offenbar überhaupt nichts verändert. Ständig wird herumexperimentiert, geändert, Lehrer zwischen Schulen verschoben, Lehrpläne geändert. Mit welchem Ergebnis? Genau, in zwei Jahren wird alles wieder über den Haufen geworfen und das nächste Konzept probiert. Leidtragende sind nicht die Lehrer, nicht die Angestellten in den Ministerien - nein, es sind die Kinder. Und ja, ich habe die POS besucht. Fand den Frontalunterricht mal langweilig, mal interessant. Habe die DDR verachtet, aber ich habe auch nach 1989 erkennen müssen, dass meine westdeutschen Mitschüler gleichen Jahrgangs grundlegende (naturwissenschaftliche) Dinge nicht wussten, aber dafür hervorragend argumentieren und überzeugend ihre Standpunkte darlegen konnten. Damals hat mich das sehr beeindruckt - heute bin ich sehr froh, dass ich in 12 Jahren eine so solide Bildung erhalten habe, dass ich heutigen Studienabgängern eine lange Nase mache, weil ich viel mehr weiß und kann - ohne je eine Uni von innen besucht zu haben.

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15. August 2010 18:30
Noch ein Mythos weg!  [137]

Für Ostalgiker, Postkommunisten und linke westdeutsche Gutmenschen nur schwer zu verdauen: Das angeblich vorbildliche DDR-Schulwesen ist ebenfalls nur ein Mythos.
Spitzenleistungen wurden in den Spezialschulen erbracht. Rigide ausgesondert wurden Lernschwache und Auffällige. Für die gab es die Jugendwerkhöfe. Der Rest lernte rezeptiv im Frontalunterricht.
Als in den 80er Jahren die Ausreisewelle aus der DDR begann, hatte ich nahezu jede Woche Ex-DDR-Schüler in meinen Klassen in Hessen. Alle hatten sie durchweg hervorragende Noten. (DDR-Lehrer waren ihrem Schulleiter gegenüber rechenschaftspflichtig, wenn sie schlechte Noten gaben.) Sie glänzten bei auswendig gelernten Formeln und Jahreszahlen. Sie taten sich schwer bei selbstständigem Arbeiten und bei Teamarbeit. Binnen kurzem hatten sie sich im Notenspektrum von „Befriedigend“ eingependelt.
Die Spätfolgen des glanzlosen DDR-Schulwesens sind noch heute zu besichtigen: PISA-Star Sachsen hat sein Schulwesen nach der „Wende“ stark verändert. Nur die vergleichsweise hohe Zahl von Förderschülern ist geblieben, doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt. Die werden bei PISA nicht getestet.
PISA-Schlusslicht Brandenburg – Stolpes „kleine DDR“ – setzte dagegen voll auf Kontinuität.

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15. August 2010 17:57
Klagen und Verdrängung  [104]

Wenn ich mir heute, 20 Jahre nach der Wende, die Klagen aus Handwerk und Industrie anhören muß, daß ein großer Teil der Schulabgänger und angehender Lehrlinge und sogar Studenten kaum in der Lage sind, vernünftig zu lesen, zu schreibe

Was sie schon immer über den Israel-Iran Konflikt (und was Obama dazu meint) wissen wollten aber nie zu fragen wagten

Exposé von Jeffrey Goldberg zu der Frage des Präventivschlags Israels gegen das iranische Atomwaffenprogramm.


The Point of No Return - Magazine - The Atlantic


Die Zusammenhänge, Probleme und Risiken eines israelischen Militärschlags gegen die iranischen Atomanlagen und der Umfang der israelisch-iranischen Beziehungen werden hier umfassend aufgedröselt
So weit dafür Interesse und ein hinreichendes Verständnis der englischen Sprache vorhanden ist, ist der Artikel Pflicht!

Und Jeffrey Goldberg hat sich sehr viel Mühe gegeben und ist in dieser Frage viel herumgereist - bis Teheran.

Zitat:
I have been exploring the possibility that such a strike will eventually occur for more than seven years, since my first visit to Tehran, where I attempted to understand both the Iranian desire for nuclear weapons and the regime’s theologically motivated desire to see the Jewish state purged from the Middle East, and especially since March of 2009, when I had an extended discussion about the Iranian nuclear program with Benjamin Netanyahu, hours before he was sworn in as Israel’s prime minister. In the months since then, I have interviewed roughly 40 current and past Israeli decision makers about a military strike, as well as many American and Arab officials. In most of these interviews, I have asked a simple question: what is the percentage chance that Israel will attack the Iranian nuclear program in the near future?

Eine Frage kann er - um Enttäuschungen vorzubeugen - auch nicht beantworten: Ob und wann genau der Militärschlag kommt. Offensichtlich weiß das bis wenige Stunden vorher kein Mensch in dieser Welt und auch nicht die zuständigen Planer im Verteidigungsministerium in Jerusalem.



Offensichtlich haben die iranischen Militärplaner die Hisbollah im Libanon mit ihren 40000 Raketen als Zweitschlagsoption im Falle eines Angriffs geplant. Die israelische Luftwaffe muß sich also vor einem Angriff auf den Iran, während oder spätestens kurz danach um Nasrahllas Raketen kümmern.


Und im Text ist auch ein interessanter Hinweis von Benjamin Netanjahu welches die größere Armee ist.



Und dann ist da noch die Frage worin sich Bush und Obama in der Iran-Frage unterscheiden. Bush wollte nicht in den Iran - und das hat ihm niemand geglaubt. Obama will (notfalls und gegen seine Überzeugung!) in den Iran - und das glaubt ihm auch keiner (ich auch nicht).



Die Amerikaner sind Pokerspieler aber sie wissen auch, daß eine Drohung nur wirkt wenn man selber überzeugt und in der Lage ist, die Drohung zu materialisieren. In der Politik und in der Liebe reicht bluffen alleine nicht, weil das Spiel nach der Offenlegung der Karten nicht zu Ende ist.


Und Israel hat schon 2 Atomreaktoren zerstört. Das sind zwei mehr als die US-Armee zerstört hat.



Am Anfang des Textes ist dann auch ein schönes Bild der Kontrahenten des Krieges, den ich für die nächsten 48 Monate erwarte:



Ist es nötig sich von Islamophobie heilen zu lassen und wie geht man vor? #Islam #Phobie #Therapie

Jetz wissen wir, wie es gemacht werden kann:

 

Hilfe, ich leide an Islamophobie und suche dringend Heilung!

Das war meine Anfrage an die Net-Community. Wenn, dann müsste doch im WWW etwas zu finden sein. Die ersten Ergebnisse waren eher bescheiden. Ich erfuhr lediglich, dass es sich bei meiner Islamophobie um eine spezifische Phobie handelt wie zum Beispiel eine Schlangen- oder Spinnenphobie, aber das hatte ich mir fast schon gedacht. Auch Wikipedia war ein Reinfall. Die bringen dort etliche Definitionen, was Islamophobie ist, aber kein Wort zu einer möglichen Therapie. Eine andere Seite bot die Chance zur Schnellhilfe: Sechs Psychologen sind gerade online! (Und das morgens um halb Neune?) Na ja, kannste mal versuchen. Doch dann stellte sich heraus: Die sechs angeblichen Psychologen waren 1 Frauenarzt, zwei Allgemeinmediziner und drei Orthopäden. Meine Seele wollte ich heilen, nicht meinen Meniskus!

Kurz bevor ich am Verzweifeln war, fand ich endlich Rettung. Eine Superseite mit tollen Hinweisen zum Coping, zur Krankheitsbewältigung. Es war wie eine Erlösung. Ich zitiere jetzt mal ein bisschen:

Nur wenn Ihre Phobie Sie in Ihrem alltäglichen Leben einschränkt und persönliches Leid verursacht, sollten Sie etwas gegen Ihre Phobie unternehmen. Vor allem wenn die Phobie Sie so stark einschränkt, dass Sie kein normales Leben mehr führen können, Sie es nicht schaffen, die Phobie allein zu bewältigen, Sie Situationen oder Objekte vermeiden, die in Ihrem Leben eine wichtige Rolle spielen, Sie unter Schwitzen, Zittern oder anderen extremen körperlichen Symptomen leiden.

Puh! Da scheine ich ja noch ein leichter Fall zu sein, denn das trifft ja alles auf meine Islamophobie gar nicht zu! Und ich muss gar nix dagegen unternehmen.

Trotzdem, weil ich ein leidlich neugieriger Mensch bin, schaue ich mir an, was ich tun müsste, wenn meine Islamophobie mich so stark einschränken würde, dass ich kein normales Leben mehr führen kann:
Es ist sehr wichtig, dass sie die gefürchtete Situation/Objekt nicht mehr meiden, sondern sich der Situation stellen. Da die Konfrontation eine schwierige Aufgabe ist, geht man normaler Weise stufenweise vor.

Stufenweises Vorgehen finde ich prima; das ist ja wie wenn ich Karriere machen würde. Vom Islamophobiker zum seelisch gesunden Menschen. Und so sieht mein persönlicher Stufenplan in Anlehnung an Leidensgenossen mit einer Schlangenphobie aus:

1. Über den Islam lesen
2. Muslime in einem Buch angucken
3. Berühren der Abbildung eines Muslims
4. Betrachten/Berühren eines Muslimmodells
5. Betrachten eines echten Muslims
6. Berühren des Terrariums mit einem echten Muslim darin
7. Berühren eines Muslims
8. Einen Muslim in der Hand halten

Wobei: Eigentlich hatte ich nie Angst vor Muslims oder ihrer Berührung. Ob Islamophobie nicht vielleicht doch die falsch Diagnose ist.

Wie wäre es mit Faschismophobie?

 

Wie die taz den Navi-Namara Zwischenfall richtig darstellt und sich die Leser als faktenfeindliche Israelhasser zeigen

Gaza-Hilfs-Flotille im Zwielicht

Die zweifelhaften Passagiere

Neun Menschen starben, als Israel die Schiffe stoppte. Doch so friedfertig, wie sie vorgaben, waren viele Aktivisten nicht. Die türkische Hilfsorganisation IHH hatte eigene Ziele. VON DORIS AKRAP / PHILIPP GESSLER

31. Mai 2010 an Bord der "Mavi Marmara": Gaza-Aktivisten haben einen israelischen Soldaten (r.) gefangen genommen. Foto: ap/ihh

BERLIN taz | Neun Menschen starben, als vor einem Monat, am Morgen des 31. Mai, israelisches Militär die "Free Gaza"-Flotte im Mittelmeer stoppte. Seitdem dringen immer mehr Informationen über die Gewaltbereitschaft und Bewaffnung eines Teils der Aktivisten an die Öffentlichkeit. Hier ein Überblick:

Wer waren die Organisatoren der Flotte?

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Viele Friedens- und Menschenrechtsaktivisten waren unter den etwa 700 Passagieren. Dominant auf dem Flagschiff, der "Mavi Marmara", war die türkische Organisation Insani Yardim Vakfi (IHH). Dieses Schiff war von israelischen Soldaten geentert worden.

Die Kooperation und ideologische Nähe der IHH zur radikalislamischen Hamas, die im Sommer 2007 die Macht im Gazastreifen übernommen hat, war schon vor dieser Auseinandersetzung bekannt. Und das spätestens nach der eindeutigen Hilfe der IHH für die Hamas im Gazakrieg, als Ende 2008/Anfang 2009 die israelische Armee im Gazastreifen gegen die Hamas vorging, wie die Islamismus-Expertin Claudia Dantschke erklärt.

Bereits Mitte der neunziger Jahre hatten deutsche Staatsanwälte der IHH vorgeworfen, Spenden für Muslime in Bosnien nicht wie angegeben zu humanitären Zwecken, sondern zur Finanzierung der islamistischen Milli-Görüs-Bewegung in der Türkei zu verwenden. Und auch im Tschetschenienkrieg sollen Waffen statt Hilfsgüter gekauft worden sein, so die Staatsanwaltschaft.

Bereits wenige Tage nach Beginn der israelischen Untersuchung der Vorfälle um die Gaza-Hilfsflotte hat Jacob Turkel, der Leiter der Kommission, mit seinem Rücktritt gedroht. Wie das israelische Fernsehen am Dienstag berichtete, wolle Turkel sein Amt niederlegen, wenn das israelische Kabinett sein Mandat nicht erweitert. Turkel verlangte, dass seine Untersuchung den Status einer Regierungskommission erhält, die auch Strafen für Politiker und Militärs vorschlagen darf. Dabei gehe es insbesondere darum, Zeugen zur Aussage unter Eid zu zwingen. Nach Einschätzung der israelischen Regierung gebe es offenbar "keinen Hinderungsgrund, diese Forderung positiv zu bescheiden". (dpa)

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Nach Angaben der IHH hat sich ihr Chef Bülent Yildirim mehrmals öffentlich mit Hamas-Führern getroffen: etwa im Januar 2010 mit Ismail Haniyya und im Januar 2009 mit Chalid Maschal, der in Damaskus im Exil lebt. Dabei dankte ihm Maschal für die Hilfe. Vor rund einem Jahr sagte Yildirim in Gaza: "Vor drei, vier Jahren noch hat man die Hamas als terroristische Organisation bezeichnet. Heute nennen wir Israel, die USA und Großbritannien die Terroristen."

Wie dominant die IHH auf der "Mavi Marmara" war, zeigen Aussagen des ersten und des dritten Kapitäns. Weder sie noch irgendjemand anderes durfte sich auf dem oberen Deck ohne Genehmigung einer etwa 40-köpfigen, türkischsprechenden Gruppe bewegen, die das Deck kontrollierte. Dies könnte auch erklären, warum viele Friedensaktivisten bis heute glauben, die Passagiere seien ausschließlich friedlich gewesen. Die Aktivisten der IHH setzten auch durch, dass Frauen und Männer auf verschiedenen Decks übernachten mussten.

Was waren die Motive der Organisatoren?

Offen vertraten die Organisatoren der "Free Gaza-Flotille", wie Greta Berlin oder Bülent Yildirim schon vor der Abfahrt sagten, dass es nicht in erster Linie darum gehe, Hilfsgüter nach Gaza zu bringen, sondern Israels Blockade zu brechen.

Wie der arabische Sender al-Dschasira zeigte, wurde die "Mavi Marmara" am 23. Mai in Istanbul mit antisemitischen Gesängen verabschiedet. Dabei wurde ein Lied über den jüdischen Ort Chaibar gesungen, der als angeblich letzte jüdisches Oase auf der Arabischen Halbinsel im Jahr 629 von dem Propheten Mohammed erobert wurde. Im Lied heißt es: "Oh Juden, erinnert euch an Chaibar, Chaibar! Die Armee Mohammeds wird zurückkehren!" Nach einem Video, das israelische Behörden von einem der Gaza-Aktivisten konfisziert haben, wurde dieses Lied auch auf der "Mavi Marmara" gesungen. Bei Verabschiedung der "Mavi Marmara" wurden zudem Fahnen der Hamas geschwenkt. Al-Dschasira interviewte eine Aktivistin, die sagte, für sie wäre auch der Märtyrertod ein Erfolg. Ein Video, das die israelische Armee von einem Aktivisten beschlagnahmte, zeigt einen Passagier, der vor dem Entern der "Mavi Marmara" verkündete, er wünsche sich, als Märtyrer zu sterben.

Al-Dschasira strahlte mehrere Interviews mit Augenzeugen aus, die im Wesentlichen bestätigen, was unter anderem der Al-Dschasira-Journalist Saleh al-Azraq beschreibt: Dass sich auf dem Schiff Leute gewalttätig verteidigt hätten, könne an dem "religiösen Eifer" gelegen haben, der von Beginn an geherrscht habe: "Es fühlte sich an, als ob wir Teil eines islamischen Eroberungs- oder Angriffsfeldzugs seien" (Quelle: www.memri.org/report/en/0/0/0/0/0/0/4337.htm).

In einem Video, das das israelische Außenministerium veröffentlichte, lässt sich diese Stimmung nachvollziehen: Yildirim spricht - offenbar an Bord der "Mavi Marmara" - zu Reisenden, die am Boden knien: "Wir folgen den Fußspuren der Märtyrer." Man wolle vor Allah nicht dastehen wie Feiglinge. Für den Fall, dass die Israelis Militär schicken sollten, droht er: "Wenn ihr die Kommandos schickt, werden wir euch von Bord schmeißen." Dutzende Zuhörer rufen ihm zu: "Millionen von Märtyrern marschieren nach Gaza!"

Die Motive der deutschen Organisatoren der Flotte hätte die taz gern geklärt. Die Vertreterin von pax christi ließ jedoch einen Interviewtermin platzen. Begründung: Sie habe in dieser Sache zu schlechte Erfahrungen mit der Presse gesammelt. Auch zwei Vertreter der Palästinensischen Gemeinde Deutschland und der Deutsch-Palästinensischen Medizinischen Gesellschaft sagten kurzfristig Interviews wegen Terminschwierigkeiten ab, Ersatz konnten sie nicht finden. In einer am Samstag verfassten Erklärung von pax christi heißt es: "Nach wie vor ist die Frage ungeklärt, wie es zur Gewalteskalation auf dem Schiff kommen konnte, in deren Folge neun Menschen starben. Die Aktion ,Free Gaza' arbeitet gewaltfrei. Die Zielsetzung der Entsendung der Schiffsflotte erlaubte keine andere Vorgehensweise." Zu fragen, so pax christi, sei zudem: "Gab es tatsächlich Beteiligungen rechtsnationalistischer, gewalttätiger Gruppen? […] Welche Handlungen gingen von einzelnen Passagieren gegenüber den israelischen Soldaten aus?"

Leisteten die Friedensaktivisten nur passiven Widerstand?

Die amerikanische Organisation Cultures of resistance, die Aktivisten auf der "Mavi Marmara" hatte, hat ein an den israelischen Behörden vorbeigeschmuggeltes Video ins Netz gestellt (www.culturesofresistance.org/gaza-freedom-flotilla). Darin sieht man, wie eine kleinere Gruppe der türkischen Teilnehmer die Reling mit Eisensägen zersägt, um daraus Rohre zu machen - und zwar noch bevor das israelische Militär in Sichtweite war. Man kann auf dem etwa einstündigen Video zudem beobachten, wie eine kleinere Gruppe mit Eisenstangen und Holzstöcken vor einer Luke darauf wartet, dass die Soldaten auf ihr Deck hinabsteigen.

Von demselben Ort aus sieht man später, wie mindestens zwei dieser Leute mit Zwillen auf die sich abseilenden israelischen Soldaten aus dem Helikopter schießen. Diese Szenen spielen sich nicht auf dem Deck ab, wo die Israelis landen, sondern auf einem darunter. "Wir waren zu friedlichen Zwecken auf dem Schiff. Niemand hatte ein Waffe", behauptete dagegen die Linke-Bundestagsabgeordnete Inge Höger bei ihrer Rückkehr nach Berlin. Sie war wie ihr früherer Fraktionskollege Norman Paech auf der "Mavi Marmara". Paech sagte, er persönlich habe "zweieinhalb Holzstöcke" gesehen, mit denen sich Aktivisten zur Wehr gesetzt hätten. Höger hat auf ihrer Homepage neben eigenen Stellungnahmen nur den IHH-Bericht zum Geschehen auf der "Mavi Marmara" platziert, und das sehr prominent.

Die Direktorin von Cultures of resistance, Iara Lee, die mit an Bord war, sagte in einem Interview, dass die Aktivisten die Soldaten hätten töten sollen. Denn diese seien mit Tötungsabsicht gekommen. Auf dem Deck, wo die Soldaten gelandet sind, war Iara Lee nicht.

Dass mindestens zwei der israelischen Soldaten verwundet unter Deck gebracht wurden, ist mit Fotos eines kanadischen Aktivisten belegt, die die Nachrichtenagentur Reuters verschickte. Doch beide Fotos waren beschnitten. Auf einem ist ein verwundeter israelischer Soldat zu sehen, am Rand steht ein Mann mit einem Messer in der Hand. In diesem Fall wurde das Bild so beschnitten, dass das Messer nicht mehr zu sehen war. Im zweiten Bild sieht man einen weiteren Soldaten, der offenbar mit einem Palästinensertuch gefesselt ist. Auch hier ist am Rand eine Hand mit einem Messer und eine Blutlache zu erkennen. Auch dieses Bild wurde so beschnitten, dass beides nicht mehr zu sehen ist. Als die Sache öffentlich wurde, entschuldigte sich Reuters damit, dass es üblich sei, Bilder zu beschneiden - und schickte kurz darauf die unbeschnittenen Fotos um die Welt.

Der libanesische Kameramann Andre Abu Khalil, der für al-Dschasira von der "Mavi Marmara" berichtet hatte, sagte, dass vier Soldaten von bewaffneten Aktivisten als Geiseln genommen worden seien. Die vier hätten bei der Prügelei mit den Aktivisten Knochenbrüche davongetragen und seien auf das unterste Deck gebracht worden. Es habe Verhandlungen zwischen dem israelischen Kommando und den Aktivisten gegeben. Die Israelis versprachen demnach, sich um die verwundeten Aktivisten zu kümmern, im Gegenzug kamen die Geiseln frei.

Wie die Gewalt an Bord der "Mavi Marmara" begann, darüber liegen nur sich völlig widersprechende Berichte vor. Während israelische Medien mit Bezug auf die beteiligten Soldaten und einen "embedded" Journalisten betonen, die Soldaten hätten erst scharfe Munition eingesetzt, als sie selbst und ihre Kameraden in Lebensgefahr waren, berichten viele Aktivisten das Gegenteil. Demnach hätten die israelischen Kampfschwimmer zuerst das Schießen begonnen, erst dann hätten sich die Aktivisten gewehrt.

Nach einem gerichtsmedizinischen Gutachten, das Anwälte der Angehörigen am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP vorgelegt haben, wurden sieben der neun getöteten Aktivisten von mehreren Schüssen getroffen, unter anderem durch einen Kopfschuss aus kurzer Distanz. Bei der Autopsie des 61-jährigen Ibrahim Bilgen fanden die Ermittler Schrot im Gehirn, das offensichtlich von einem Jagdgewehr stammt. Das jüngste Opfer, der 19-jährige Schüler Furkan Dogan, der neben der türkischen auch die US-Staatsbürgerschaft besaß, wurde von fünf Kugeln getroffen, unter anderem auch aus nächster Nähe im Gesicht.

Mitarbeit: Susanne Knaul

 

Das ist ja alles soweit bekannt. Interessant wird es bei den Kommentaren:

Gaza-Hilfs-Flotille im Zwielicht

Die zweifelhaften Passagiere

Neun Menschen starben, als Israel die Schiffe stoppte. Doch so friedfertig, wie sie vorgaben, waren viele Aktivisten nicht. Die türkische Hilfsorganisation IHH hatte eigene Ziele. VON DORIS AKRAP / PHILIPP GESSLER

Dieser Text ist mir was wert: <script xml:space="preserve" type="text/javascript">/* */</script> <iframe width="100" scrolling="no" height="17" frameborder="0" src="http://api.flattr.com/button/view/?button=compact&amp;uid=10338&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.taz.de%2F1%2Fpolitik%2Fnahost%2Fartikel%2Fkommentarseite%2F1%2Fdie-zweifelhaften-passagiere%2Fkommentare%2F1%2F1%2F&amp;language=de_DE&amp;hidden=0&amp;title=Gaza-Hilfs-Flotille%20im%20Zwielicht%3A%20Die%20zweifelhaften%20Passagiere&amp;category=text&amp;tags=&amp;description=%09%09%20%20%09%09%09Neun%20Menschen%20starben%2C%20als%20Israel%20die%20Schiffe%20stoppte.%20Doch%20so%20friedfertig%2C%20wie%20sie%20vorgaben%2C%20waren%20viele%20Aktivisten%20nicht.%20Die%20t%C3%BCrkische%20Hilfsorganisation%20IHH%20hatte%20eigene%20Ziele.%20VON%20DORIS%20AKRAP%20%2F%20PHILIPP%20GESSLER%09%09%09%09" border="0" marginheight="0" marginwidth="0" allowtransparency="true"></iframe> <script xml:space="preserve" type="text/javascript" src="http://api.flattr.com/button/load.js"></script> [ ? ]  <script xml:space="preserve" type="text/javascript">/* */</script> [ taz-Kto ]
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  • 06.07.2010 11:51 Uhr:

    von end.the.occupation:

    Man stelle sich vor, der Iran würde seine jüdischen Bürger in einer Enklave einschliessen - verbunden mit einer Gaza-Diät - und die Iraner würde dann eine herbei eilende jüdische Hilfsflotte für die gefangenen Glaubensgenossen kapern und neun pro-jüdische Aktivisten erschossen haben.

    Die zweifelhafte taz-PR würde dann vermutlich ein wenig anders aussehen. Vermutlich würde hier dann gefordert, den Iran in die Steinzeit zurück zu bombardieren. Nicht wahr?

    Scheint so - dass die taz dazu vergattert wurde, sich nun durch besonders viele und tiefe Verbeugungen vor der israelischen Staatsraison zu entschuldigen.

    Interessant ist, wie man es schaffen kann sich derart zu verbiegen und zu demütigen - ohne dabei den Selbstekel zu entwickeln, der sich eigentlich unvermeidlich einstellen müsste.

    Vermutlich schätzte ich die Lage falsch ein. Die Verantwortlichen glauben vermutlich wirklich an die eigenen, von ihnen in die Welt gesetzten Lügen. Anders würden die Mitarbeiter das ja auch kaum aushalten.

    Mein Beileid für die Kollegen.
     

  • 05.07.2010 22:17 Uhr:

    von Jana_aus_München:

    Wow, ein Artikel der Taz zum Thema, der nicht die Tatsachen verdreht. Dass ich das noch erleben darf!

  • 04.07.2010 17:49 Uhr:

    von Dirk Gober:

    taz, Wie wäre es mal mit einem Bericht über die jährlich 700 Todesurteile der Hamas und der Fatah gegen angebliche Kollaborateure (so kann man sich der Opposition auch entledigen)?
    Interessant wäre sicher auch ein Interview mit den "Friedensaktivisten" wie Mankell (falls mal nüchtern anzutreffen) oder den beiden LINKE-Abgeordneten zu diesem Thema.
    Oder würde man da in Dingen rühren, in denen Linke nicht wühren wollen?
    Würde Israel jährlich 700 Terroristen töten - nicht auszudenken...

  • 04.07.2010 16:38 Uhr:

    von zermatt:

    @Armand: "Lügen und Tatsachenverdrehungen kann ich mir auch unter Spiegel Online holen gehen, dafür braucht es Euch nicht".

    Was ist an diesem Artikel gelogen?

    Du verträgst wohl keine Fakten. Nach dem Motto: Es kann nicht sein, was nicht sein darf!

  • 03.07.2010 17:01 Uhr:

    von Basty:

    Danke für den Artikel, liebe taz!

    Das mit den sog. "Friedensaktivisten" was nicht stimmt, merkt man schon daran, dass sie einerseits behaupten, dass die Israelis angeblich restlos alles beschlagnahmt hätten, auf der anderen Seite aber fleißig eigene Videos in Netz stellen, die nach ihrer ersten Aussage auch hätten beschlagnahmt müssen. So etwas nennt man gemeinhin Widerspruch und zeigt auf das mindestens eine der beiden Aussagen gelogen ist.

    Tja, so kann man sich selbst verraten...

    Auch die Tatsache das es nur auf einem Schiff zur Eskalation kam, zeigt deutlich, dass die Israelis nicht einfach alles wegballern wollten (sonst hätten es auch einfach 6 Torpedos getan).

    Also Augen aufhalten!

  • 03.07.2010 14:03 Uhr:

    von Armand:

    Tschüss TAZ, Du warst mal schwer in Ordnung !
    Lügen und Tatsachenverdrehungen kann ich mir auch unter Spiegel Online holen gehen, dafür braucht es Euch nicht.

  • 03.07.2010 12:59 Uhr:

    von TOM:

    An Olaf: Soso, Kriegszustand? Gegen wen denn? Gegen Gefängnissinsassen?

  • 03.07.2010 10:36 Uhr:

    von Herr B:

    @Herrn Schmilz:


    "Ebenfalls unbestreitbar ist auch, dass ein Angriff auf ordentlich beflaggte Schiffe in internationale Gewässern Piraterie ist und sicher auch von Kommissköpfen nicht zur "Selbstverteidigung" verniedlicht werden kann, dass die neun Getöteten Menschen mithin also Mordopfer sind [...]"

    Ich habe mir neulich einmal die Mühe gemacht, das internationale Seerecht zu bemühen, und - potzblitz - da steht doch wirklich drin, dass auch Zugriffe in *internationalen* Gewässern erlaubt sind, wenn es die klare Absicht des Bruchs einer Seeblockade gibt. Und die Absicht haben die "netten Helfer" von der Mavi Marmara ja per Funk deutlich gemacht.


    Zum Selbstlesen: opiniojuris.org/2010/06/02/why-is-israels-blockade-of-gaza-legal/

  • 03.07.2010 00:36 Uhr:

    von Herr G.:

    WAS ich nicht verstehe, warum in den - meinetwegen - neuen Fakten, die auch wichtig sind, mit keinem Wort die Rechtswidrigkeit des Angriffs der israelischen Armee auf dieses Schiff in internationalen Gewässern Erwähnung findet. Objektiv ist das nicht. Vielleicht ist es ein Versuch sich von der vorangehenden, eher positiven Berichterstattung zu diesem Vorfall zu distanzieren?

  • 02.07.2010 23:29 Uhr:

    von Coulda Shoulda Woulda:

    "Die Direktorin von Cultures of resistance, Iara Lee, die mit an Bord war, sagte in einem Interview, dass die Aktivisten die Soldaten hätten töten sollen(sic!). "

    Bitte nennen sie eine Quelle für diese Behauptung!

    Ist da vielleicht aus dem could in "could have killed" ein "should have killed" geworden?

  • 02.07.2010 20:06 Uhr:

    von Sascha:

    @HerrnSchmilz

    > Ebenfalls unbestreitbar ist aber dass die besetzten
    > Gebiete von Israel besetzt sind, und zwar anerkannt
    > völkerrechtswidrig und in fortgesetzter Missachtung
    > einer ganzen Reihe von UN-Resolutionen.

    Das ist sehr wohl bestreitbar, Israel bestreitet es zum Beispiel... :-)
    Das Völkerrecht kann für solche "unkonventionellen" Konflikte (nicht so recht ein traditioneller Krieg, aber auch nicht so recht ein Bürgerkrieg) unterschiedlich ausgelegt werden.

    Es gibt viele z.T. ähnliche Fälle, wie z.B. "Russen gegen Tschetschenen", "Türken gegen Kurden", "Chinesen gegen Tibeter", usw.

    Seltsamerweise ist von all diesen "komplizierten" bewaffneten Konflikten der Welt der israelisch-palästinensische der einzige, bei dem jeder Laie meint, mit rechtlichen Begriffen wie "Völkerrechtswidrigkeit", "Piraterie" usw. um sich werfen zu müssen.

    > Ebenfalls unbestreitbar ist auch, dass ein Angriff auf
    > ordentlich beflaggte Schiffe in internationale Gewässern
    > Piraterie ist ...

    Das Durchbrechen (oder geplante Durchbrechen) einer offiziellen Blockade in einem bewaffneten Konflikt darf nach internationalem Recht verhindert werden, auch in internationalen Gewässern.
    Ob der Gaza-Konflikt als so ein Konflikt zählt, ist eine Streitfrage. "Unbestreitbar" ist da jedenfalls gar nichts.

    > dass die neun Getöteten Menschen mithin also Mordopfer
    > sind ...

    ... oder aber feindliche Kombattanten, die sich diesen Status durch den Versuch eines Blockadebruches (trotz mehrmaliger Warnung), und dann sogar noch tätlichen Angriff auf die israelischen Soldaten erwirkt haben.
    Wie zuvor: Beide Auslegungen sind sehr wohl "bestreitbar".

    > Ebenfalls unbestreitbar ist die Tatsache, dass das
    > bewusste, zielgerichtete Aushungern von 1,5 Mio
    > Gazabürgern aus territorialen, religiösen oder
    > ethnischen Gründen ein Genozid ist und sonst nichts.

    Menschen verhungern in Darfur und in vielen anderen Regionen der Welt.
    Niemand verhungert hingegen in Gaza - die gigantischen regelmäßigen Hilfslieferungen aus Israel (ja, Israel) und von der UN sorgen dafür. In Gaza fehlt es an vielen Dingen die für uns selbstverständlich sind, aber definitiv nicht an Grundnahrungsmitteln.


    Was dagegen unbestreitbar ist, ist, dass die Hamas nicht das Ziel hat, möglichst hohe Sicherheit und Prosperität für die palästinensische Zivilbevölkerung zu schaffen. Und auch nicht, einen möglichst großen/guten/starken Staat für die Palästinenser zu schaffen. Das Ziel der Hamas ist ganz kompromisslos und unabänderlich: Israel vollständig zu "vernichten" und das gesamte heutige Israel "judenrein" zu machen.
    Das ist unbestreitbar, weil man es in der Gründungscharta der Hamas nachlesen kann, und es in mehr oder weniger jeder Rede eines Hamas-Funktionärs bestätigt hört.

  • 02.07.2010 19:31 Uhr:

    von Sascha:

    Interessant übrigens, dass die taz so lange brauchte, um endlich das erste Mal faktenbasiert über den Vorfall zu berichten, anstatt immer wieder von vorneherein die grotesken "Augenzeugenberichte" der "Friedensaktivisten" ("Vom Hubschrauber aus in friedliche Menge gefeuert" usw.) für bare Münze zu nehmen.

    Aber nicht nur die taz allein, sondern allgemein die deutschen Medien...

    So gut wie *alle* in diesem Artikel angeführten Fakten waren bereits wenige Tage nach dem Vorfall durch die israelische, türkische, arabische und angelsächsische Presse bekannt.
    Nur im deutschen Blätterwald blieben die Aktivisten der Flotille wochenlang eine durch und durch "friedliche" und "humanitäre" Gesellschaft, die doch nur notleidenden Kindern ein paar dringend benötigte Hilfsgüter zukommen lassen wollten.

    Ich frage mich: Wie kommt das?

  • 02.07.2010 19:13 Uhr:

    von Sascha:

    "...dass es nicht in erster Linie darum gehe, Hilfsgüter nach Gaza zu bringen, ..."

    Darum ging es ÜBERHAUPT NICHT. Nicht mal ein bisschen.

    Man bedenke:

    - Angebote von israelischer und ägyptischer Seite, die Hilfsgüter auf dem Landweg auszuliefern, lehnten die Organisatoren der Flotille kompromisslos ab. Stattdessen steuerte man weiter auf die Blockadezone zu, wo man genau wusste, dass man von der israelischen Marine aufgehalten werden würde.

    - Ein großer Teil der "Hilfsgüter" der Flotille stellte sich im Nachhinein als unbrauchbar heraus, wie z.B. abgelaufene Medikamente usw.

    - Letztendlich verweigerte die Hamas sogar die Annahme der Güter von den Israelis, da sieht man mal wie sehr es da um "dringend benötigte" Hilfsgüter ging.

  • 02.07.2010 17:17 Uhr:

    von Dr.Nathan Warszawski:

    Sehr mutig. Hat die Redaktion keine Angst, Ihre Leser zu verlieren? Und wozu die Suche nach der Wahrheit? Die Juden sind weltweit verhasst, da hilft auch kein ehrlicher Artikel.
    Ihr werdet keinen Antisemiten mit der Wahrheit überzeugen. Antisemiten lassen sich nicht mit Fakten überzeugen.
    Trotzdem danke für den vergeblichen Versuch.

  • 02.07.2010 15:29 Uhr:

    von Sascha B.:

    Die Taz unterscheidet sich neuerdings nicht mehr von der Springer-Presse. Ich werde wohl demnächst auf ausländische Medien zurückgreifen, wenn es um Israel geht.

  • 02.07.2010 14:50 Uhr:

    von Hatem:

    @LifeOnMars

    Gut geantwortet, habe sehr gelacht!

  • 02.07.2010 14:48 Uhr:

    von Hatem:

    Einseitige Schilderungen gab es genug, es war höchste Zeit für fundierte Recherche statt Propaganda.
    Danke.

  • 02.07.2010 14:09 Uhr:

    von max:

    unterfalle ich gerade der spontanen kommentaraussiebung, oder warum bin ich es nicht mehr wert, hier veröffentlicht zu werden?

  • 02.07.2010 14:08 Uhr:

    von Dihydrogeniummonoxyd:

    "Bisher standen Linke für die palästinensische Solidarität gegen die Imperialisten aus Israel und USA."

    Leuten, die so reden, war die palästinensische Solidarität eigentlich immer schon völlig egal. Denen ging und geht es immer nur darum, gegen Israel und die USA zu sein, wegen deren angeblichem Imperialismus.

  • 02.07.2010 14:04 Uhr:

    von Dihydrogeniummonoxyd:

    "Es ist völlig normal, dass Kommandoeinheiten
    auch Combat-Schrotgewehre einsetzen, da diese
    nicht soviel Penetration haben und man nicht gleich
    den Mensch hinterm Ziel mit erschiesst."

    Im militärischen und polizeilichen Bereich werden Flintenlaufgeschosse, Blei- oder Gummiposten geladen. Das kann man recht gut von Jagdschrot unterscheiden. Wenn dort Flintenlaufgeschosse oder Bleiposten verwendet worden wären, dann hätte man in dem Kopf nichts gefunden -- weil man den Kopf nicht gefunden hätte, und mit Gummiposten wäre der Junge nicht gestorben.

    Das San-Remo-Manual erlaubt es übrigens, Blockadebrecher in internationalen Gewässern aufzubringen, nötigenfalls auch mit Gewalt. Auch und obwohl das einige Kommentatoren wohl anscheinend nicht wahrhaben wollen und ständig Kriegs-, Völker-, See- und Menschenrechtsverstöße konstruieren, die vor Allem von der fundamentalen Unkenntnis internationalen Rechts und der Projektion eigenen Wunschdenkens auf diese unbekannten Themen geprägt sind.

    Im Übrigen ist es eine Besonderheit internationalen Rechts, daß die Staaten sich ihm freiwillig unterwerfen -- oder eben nicht, wie das Israel bei den internationalen Seerechtsübereinkommen und beim Atomwaffensperrvertrag, obendrein völlig legitim, tut. Demzufolge ist der Vorwurf völlig absurd, Israel habe gegen das internationale Seerecht verstoßen, da dieses für Israel gar nicht gilt.

    Merke: wer sich auf das internationale Recht beruft, darf es durchaus wenigstens in seinen Grundzügen kennen und verstehen. Sonst besteht die Gefahr, sich damit ziemlich lächerlich zu machen.

  • 02.07.2010 13:38 Uhr:

    von Carsten:

    Nie wieder taz!

  • 02.07.2010 13:27 Uhr:

    von Life On Mars:


    "Marlene W"
    hat geschrieben:

    " Die TAZ muss sich wieder auf sozialistische Themen hin orientieren, sonst wird es Konsequenzen geben."

    LOL!
    Welche denn?

    Wird um die TAZ eine Mauer gebaut?
    Legt ihr Geruchsproben der Redaktion an?
    Stellt ihr Selbstschußanlagen auf?
    Beschwert ihr euch bei Hugo Chavez?

    Oder kommt Sahra Wagenknecht, unterstützt vom Chor der ehemaligen Mitglieder der
    Staatssicherheit der DDR, und foltert die TAZ -Mitarbeiter mit selbstgeschriebenen,
    antiimperialistischen Protestsongs?

    "Alter Knacker"
    hat geschrieben:

    "Auch damals war niemand in der Linken bereit, die Realität zur Kenntnis zu nehmen."

    Viele Hardcore -Linke haben sich ihre eigene Welt geschaffen.
    Die können einfach nicht mehr zurück und auch nur ansatzweise die Realität erfassen.
    Das ist es ja eben.
    Man könnte auch mit einer Mauer diskutieren...

  • 02.07.2010 13:25 Uhr:

    von Jan-P.:

    Ein sehr interessanter und objektiver Artikel. Top!

  • 02.07.2010 13:02 Uhr:

    von Mats Deland:

    But if it were the activists on the Ship that were the bad guys, and the soldiers that entered that were the good guys. Then how come that the former want an international commission to investigate the event, while those who gave orders to the latter don't?

  • 02.07.2010 12:05 Uhr:

    von Martin:

    Die Friedensaktivisten hatten Zwillen gebastelt, daher also rin in die Köpfe mit israelischen Kugeln. Darüber lachte Israel bei bei YouTube. Und nun Erleichterung im Handelsverkehr: 'Nachdem er lange als Luxusgut nicht eingeführt werden durfte, gestattet Israel heute die Einfuhr von Tomatenketchup in den Gazastreifen'. Ketchup wird nicht mehr verboten! www.berlinerumschau.com/index.php

  • 02.07.2010 11:59 Uhr:

    von maxwaldo:

    Wow, bisher hatte ich mir die Artikel in der TAZ, einschliesslich der Leserkommentare, mehr so zur Abschreckung gelesen. Als Expat will ma ja wissen wo die linke (deutsche) Volksseele wirklich steht.
    Aber mit diesem Artikel habt ihr euch resozialisiert. Das gibt Pluspunkte.

  • 02.07.2010 11:53 Uhr:

    von Sascha:

    Über den Begriff "internationale Gewässer" muss ich immer wieder lachen. Diesen Begriff gibt es im internationalen Seerecht gar nicht. Das wird hier von antizionistischen Elementen verwendet, um das Selbstverteidigungsrecht Israels auszuhöhlen und zu negieren. Das Pax Christi und die anderen "Friedensfreunde" jetzt plötzlich keine Auskunft mehr geben wollen, spricht für sich. Selbst diese Leute können in der Konfrontation mit der Wahrheit ihre Scheinwelt nicht mehr aufrecht erhalten. Darum wird der Mund gehalten. Könnte sonst ja noch jemand auf die Idee kommen, daß die ganz andere Ziele haben.

  • 02.07.2010 11:51 Uhr:

    von M.Limmel:

    es gibt einen ganz einfachen weg die blockade des gazastreifens zu beenden:

    die hamas muss nur zusichern, keine raketen und selbstmordattentäter mehr nach Israel zu schicken.

    ist das zu viel verlangt, auf sinnlose gewalt gegen zivilisten zu verzichten?

  • 02.07.2010 11:42 Uhr:

    von Martin:

    Direkte Kopfschüsse, besser kann man diese Morde nicht deutlich machen.

  • 02.07.2010 11:33 Uhr:

    von KarlA:

    Welch Sternstunde des deutschen Journalismus! Nur 30 Tage brauchte die TAZ, um Hintergründe aufzudecken, die auch am Tage des Vorfalls schon hinreichend bekannt waren. Großartig, TAZ!

  • 02.07.2010 11:21 Uhr:

    von Angelika Wilmen:

    Schade, Herr Gessler, dass Sie den vereinbarten Interviewtermin mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der IPPNW, Matthias Jochheim, der ebenfalls an Bord der Mavi Marmara war, abgesagt haben.

    Die Freegaza-Bewegung verfolgt ausdrücklich das Ziel der Gewaltfreiheit. Insgesamt nahmen an der Freedom Flotte 663 Menschen aus 37 Ländern teil. Bei einer solchen großen Zahl von Teilnehmern lässt sich nie ganz ausschließen, dass einzelne Mitglieder andere Ziele verfolgen. Sollte dies so gewesen sein, was eine unabhängige Untersuchung erst noch überprüfen müsste, findet das auf keinen Fall unsere Unterstützung. Doch selbst für diesen Fall steht die von Israel angewendete Gewalt in keinerlei Verhältnismäßigkeit. Der Überfall der israelischen Armee auf die Marmara in internationalen Gewässern und die unmenschliche Behandlung der Passagiere verstößt in eklatanter Weise gegen das Völkerrecht.

    Angelika Wilmen, IPPNW-Pressesprecherin

  • 02.07.2010 09:42 Uhr:

    von Gerald Tramer:

    Vielen Dank für diesen Artikel. Schon häufiger gedacht, jetzt aber auch einmal aufgeschrieben: Frau Akrap ist einer der wenigen Gründe, warum ich die taz lese.

  • 02.07.2010 09:00 Uhr:

    von HerrnSchmilz:

    Danke @Bandolero.

    Mir ist unwohl, weil ich die TAZ instrumentalisiert sehe und von einer freien Zeitung eher kritischen Journalismus erwarte als derartige Verlautbarungen.

    Sicher sind Hamas und die Warlords der besetzten Gebiete ein Problem für Israel, das will ja auch niemand bestreiten.

    Ebenfalls unbestreitbar ist aber dass die besetzten Gebiete von Israel besetzt sind, und zwar anerkannt völkerrechtswidrig und in fortgesetzter Missachtung einer ganzen Reihe von UN-Resolutionen.

    Ebenfalls unbestreitbar ist auch, dass ein Angriff auf ordentlich beflaggte Schiffe in internationale Gewässern Piraterie ist und sicher auch von Kommissköpfen nicht zur "Selbstverteidigung" verniedlicht werden kann, dass die neun Getöteten Menschen mithin also Mordopfer sind und keine "kollateralen Schäden", weshalb die mörderischen Piraten selbstverständlich einer ordentlichen Gerichtsbarkeit zuzuführen sind und nicht im Fleckentarn einer marodierenden Armee versteckt bleiben dürfen.

    Ebenfalls unbestreitbar ist die Tatsache, dass das bewusste, zielgerichtete Aushungern von 1,5 Mio Gazabürgern aus territorialen, religiösen oder ethnischen Gründen ein Genozid ist und sonst nichts.

    Das Völkerrecht und die dazugehörige Menschenrechtsgerichtsbarkeit verurteilt Israel hierzu in eindeutiger Sprache.

    Dagegen nehmen sich ein paar Eisenstangen aus der Reeling geradezu lächerlich aus, selbst wenn sie bewusst und vorsätzlich herausgeschnitten wurden.

  • 02.07.2010 07:25 Uhr:

    von vic:

    Ich habe mir den Video-Stream über eine Stunde angesehen. Vorwiegend habe ich betende Mitfahrer gesehen, und ja. Ich habe auch Stangen und Schleudern gesehen. Verständlich, angesichts dessen was zu erwartewn war.
    Und so kam es dann auch; Von Schnellbooten aus wurde auf das Bootsdeck geschossen, Explosionen und Rauchentwicklung waren sicht- und hörbar.
    Laserzieleinrichtungen vom Hubschrauber warfen ihre Lichtpunkte auf das Deck und suchten nach Zielen. Ich sah viele blutende und verletzte Mitfahrer; ich sah auch einen Militär, vermutlich Israeli, dem geholfen wurde.
    Mag sein, dass nicht alle Mitfahrer aussschließlich humanitäre Motive hatten.
    Doch wenn ich auf Demos gehe, bin ich auch nicht mit allem einverstanden, was meine Mitdemonstranten tun.
    Und trotzdem bleib ich nicht zu hause.

  • 02.07.2010 06:52 Uhr:

    von hschweizer:

    Es ist entlarvend, wie die Antiimps in ihren Kommentaren die TAZ auf die Parteilinie peitschen und ihr eine differenzierte Berichterstattung verbieten wollen. Es kann und darf in ihrer beschränkten Wahrnehmung nicht sein, dass das "Böse" nicht bloss vom imperialistischen Satan USRAEL ausgeht. Warum soll die TAZ sich für so einen Quatsch hergeben. Dafür gibts doch schon die Neue Welt, die Junge Freiheit und noch härtere (national)sozialistische Publikationen.

  • 02.07.2010 03:13 Uhr:

    von Rattenfänger:

    Unfassbar wie Opportunistisch die Linken sind. Nachdem sie Jahrzehntelang dem Kommunismus/Sozialismus gedient haben wittern sie jetzt einen neuen Herrn - den Islamismus - dem sie sich sofort unterwerfen wie moderne Dominikaner (Hunde des Herren). Sie wechseln den Dom, aber ihr Hass auf das eigene Land und die eigene Kultur bleibt der Gleiche.

    Ich wage mal eine Vorhersage: Wenn die Moslems in Deutschland die kritische Masse von 40-50% der Bevölkerung erreicht haben (so in läppischen 40 Jahren) und nach der Macht greifen können, werden die Linken sich mit ihnen Verbünden - gegen die deutsche Bevölkerung. Zu diesem Zeitpunkt haben dann hoffentlich schon alle Juden Deutschland verlassen.

  • 02.07.2010 01:23 Uhr:

    von Antonia:

    Ich finde es sehr enttäuschend, dass die Taz zu einem ganz eindeutig hochgardig strittigen Artikel so schwache Artikel wie diesen durchgehen lässt.

  • 02.07.2010 01:23 Uhr:

    von IchbinderBeste:

    www.tagesschau.de/ausland/gazaflotille108.html

    Kann mir DORIS AKRAP oder PHILIPP GESSLER erklären, warum die IHH von den Vereinten Nationen als humanitäre Hilfsorganisation anerkannt ist?

  • 01.07.2010 23:03 Uhr:

    von Rotwurm:

    Ein ganz ausgezeichneter Artikel, der die Dinge beim Namen nennt. Die notwenige Kritik an der Politik der rechtsnationalen israelischen Regierung darf die Fakten nicht eugnen: Es ging letztlich nocht um "Hilfslieferungen", sondern um eine politische Querfront-Aktion von linken Antizionisten, Islamisten und türkischen Rechtsradikalen zur Unterstützung der Hamas-Terroristen.

    Das nenne ich guten linken Journalismus.

  • 01.07.2010 22:15 Uhr:

    von Old Timer:

    USS Liberty - CIA Schiff - von Israel 1967 in der selben Gegend waehrend zwei Stunden per Luft und See angegriffen: 34 Tode USA Americans und 174 Verletzte - bis heute nicht "aufgeklaert"...Sehe "USS Liberty"!

  • 01.07.2010 21:43 Uhr:

    von Sven:

    DANKE!

    Das ist wirklich guter Journalismus. Nicht weil er für oder gegen eine Seite ist, sondern weil er Tatsachen nennt, die andere verschweigen oder bewusst verdrehen.

    Lasst Euch bitte nicht von den Antisemiten (die - weil "links" - natürlich gar keine sind, sondern Atizionisten) davon abbringen weiterhin solch fundierte Artikel zu verfassen!

  • 01.07.2010 20:44 Uhr:

    von was man von hier sieht:

    dieser artikel ist der sargnagel fuer evetuelles geldgeben fuer onlinejournalismus.
    mitarbeit susanne knaul? dann kann sie aber nur die hebraeische presse uebersetzt haben, denn was im artikel steht, stand exakt so in den hiesigen medien.
    schande auf den sogenannten professionellen journalismus und seine angebliche objektivitaet.
    fuer alle, die mal was anderes lesen wollen:
    www.jkcook.net - das neueste interview ist besonders zu empfehlen.
    www.electronicintifada.org

    wirklich das einzig interessante in der taz sind die tom@ zeichnungen.

  • 01.07.2010 20:14 Uhr:

    von taz unterwandert:

    Das hört nicht auf. Die taz ist von anti-deutschen unterwandert. Die Auswahl der Themen, Schwerpunkte und dann immer wieder der gleiche Blickwinkel mit einem Schuss Berliner Großstadt-Poparroganz.

  • 01.07.2010 19:38 Uhr:

    von Mitarbeiter0815:

    Internet-Manifest, These 9: "Das Internet ist der neue Ort für den politischen Diskurs. Demokratie lebt von Beteiligung und Informationsfreiheit. Die Überführung der politischen Diskussion von den traditionellen Medien ins Internet und die Erweiterung dieser Diskussion um die aktive Beteiligung der Öffentlichkeit ist eine neue Aufgabe des Journalismus."

    Na, das klappt ja ganz prima hier. Der Einblick in die Denkwelten der Taz-Leser und -Leserinnen ist eine überaus gelungene Show. Mehr Schaum vor dem Mund bitte!

  • 01.07.2010 18:57 Uhr:

    von Martin Blumentritt:

    Es geht doch, Artikel, in denen vorher recheriert wird, zu schreiben. Diese Fakten waren allerdings schon früher bekannt. Leserkommentare aus dem antisemitischen Paralleluniversum können das ja nur bestätigen.

  • 01.07.2010 18:26 Uhr:

    von max:

    das faszinierende an den israel-gegen-jede-kritik-verteidigern ist, dass sie mangels feinden welche erfinden. kein kommentator hier hat sympathien für die hamas, andere islamisten oder sonstige anderen gewalttätigen fundamentalisten (israelische siedler z.b.) geäußert. dennoch wir hier ein antisemitischer, antizionistischer mob imaginiert, der es auf die vernichtung israels abgesehen hat. das folgt auch immer der gleichen logik. israel muss sich nicht für rassisten, nationalisten und religiöse fundamentalisten in seinen reihen rechtfertigen, denn es ist israel. jeder, der es wagt die israelische politik gegenüber den palästinensern zu kritisieren muss hingegen ständig damit rechnen, sich gegen den vorwurf des antisemitismus, antizionismus, pro-dschihadismus oder sonstwas verteidigen zu müssen, allein aus dem grund, dass er kritik an israel übt, auch wenn er nie irgendeine sympathie für die genannten gruppen/geisteshaltungen erkennen lassen hat.
    und genau dieser logik folgt auch der artikel. da wird nachgewiesen ... ja was denn? es wird nachgewiesen, dass einige der passagiere tatsächlich nicht 100% pazifisten waren, vielleicht sogar erregte moslems und einige haben womöglich sogar sympathien für die hamas gehabt. und? deswegen wird die blockade des gazastreifens durch israel - rechtswidrig übrigens, daran ändern auch herbeiimaginierte kriegszustände nichts - nicht richtiger, dadurch werden die angreifer nicht zu opfern, die internationalen gewässer nicht zu israelischen hoheitgewässern - was übrigens für die küste von gaza auch gilt - und die vielbeschrieenen stahlstangen nicht zu kalaschnikows. es bleibt immer noch ein angriff von israel auf unbewaffnete menschen, die eine unrechtmäßige blockade durchbrechen wollten. da aber offenbar für unterstützer der palästinenser das gedankenverbrechen eingeführt wurde, ist das israelische vorgehen gegen diejenige, die diese finsteren absichten in ihren hirnen trugen nun gut und rechtmäßig oder jedenfalls gleich nicht mehr so schlimm, oder was?

  • 01.07.2010 17:43 Uhr:

    von Pancho:

    Gratulation!
    Endlich hat auch die taz ein Einsehen und traut sich, die Vorgänge kritisch zu beleuchten statt weiter an dem antiisraelischen Propaganda-Kreuzzug mitzustricken.
    Die hässlichen Hintergründe dieser antiisraelischen Kooperation von Islamisten, Nationalisten und linken Antiimps sind jedoch schon seit über einem Monat bekannt. Dass sie quasi als neueste Erkenntnisse dargestellt werden, wirkt daher wie eine Schutzbehauptung.
    Nichtsdestotrotz: Schön, dass Ihr dazulernt! Auf hasserfüllte "Friedensaktivist_innen" in Eurer Leserschaft solltet Ihr verzichten können.

  • 01.07.2010 17:27 Uhr:

    von Olaf Kleist:

    Weil hier immer wieder behauptet wird, dass das Entern des Schiffes illegal gewesen sei, da es sich in internationalen Gewässern befunden habe, hier ein paar Fakten zu dem eigentlichen Problem. Da die Hamas Israel den Krieg erklärt hat (siehe die Hamas Charta: www.hagalil.com/archiv/2003/08/hamas.htm) und sich als legitime Regierung Gazas versteht, kann man davon ausgehen, dass sich Israel in einem Kriegszustand befindet. In dem Fall darf Israel eine Blockade verhängen und Schiffe durchsuchen, die verdächtig sind, die Blockade zu durchbrechen. Dafür können auch neutrale Schiffe jenseits der Hoheitsgewässer gekapert und sogar attackiert werden, sofern sich diese einer Durchsuchung widersetzen (siehe Helsinki Principles, insbes. Art. 5.2.10: www.vilp.de/Enpdf/e025.pdf). Das Problem ist, dass Gaza kein offizieller UN Staat ist und die Hamas damit keine legitime Regierung (und jetzt bitte nicht "..aber sie sind doch demokratisch gewählt!" Demokratie heißt nicht wählen, sondern abwählen können - und das ist unter dem Terror der Hamas kaum möglich), somit kann sich Israel nicht 'legal' mit Gaza/Hamas im Krieg befinden kann (auch wenn sie sich faktisch in einer militärischen Auseiandersetzung befinden). Sofern die palästinensischen Gebiete aber nicht soverän sind, ist das gesamte internationale Recht dort hinfällig (dies ist ja mithin die Crux des 'asymetrischen Krieges, auch bezüglich von Menschenrechten). Ob man Gaza nun also als einen quasi rechtsfreien Raum oder als einen Proto-Staat im Kriegszustand versteht, das Kapern war rechtens, man kann aber nicht beides haben - was letztlich ein Problem für beide Seiten des Konflikts ist.

  • 01.07.2010 16:59 Uhr:

    von Ella Schplön:

    Weitere Hintergründe und eine Sammlung von Quellen finden sich hier:
    www.dasdossier.de/magazin/geopolitik/voelkerrecht/fatales-prisenkommando

  • 01.07.2010 16:50 Uhr:

    von Benjamin:

    Ach ja, und ich wollte noch "Sun Zu" beipflichten: Man erinnere sich daran, wie nett England mit Nordirland umgesprungen ist, wobei hier England beileibe nicht in derselben Position war wie Israel seit seiner Gruendung.

  • 01.07.2010 16:43 Uhr:

    von alex:

    danke liebe taz, dass ihr den mut aufbringt dem anti-zionistischen mob in eurer leserschaft die geschäftgrundlage zu entziehen.

    schön zu sehen wie ihr zu seriösem journalismus in diesem fall zurück kehrt.

  • 01.07.2010 16:32 Uhr:

    von Benjamin:

    Wie gesagt, ich wiederhole hier nochmal den Aufruf einer israelischen Studentengruppe: Lasst uns doch mal z.B. einen Hilfskonvoi fuer die inhaftierten Kurden in der Tuerkei organisieren, wobei wir dann ein paar kurdischen Organisationen die total friedliche Organisation ueberlassen, und dann schauen wir mal, wie die Tuerkei darauf reagiert, wenn wir mit unseren Lastern das Gefaengnistor durchbrechen wollen.

    Unabhaengig von der Frage, ob die Gaza-Blockade gerechtfertigt ist oder nicht, kann doch niemand erwarten, dass ein Staat es sich bieten laesst, dass beliebige Aktivisten seine Autoritaet in Frage stellen. So ist nun mal die Realitaet, und zwar nicht nur in Israel, sondern ueberall.

  • 01.07.2010 16:30 Uhr:

    von Marlene W:

    Es ist unerträglich, wie die TAZ hier pro-israelische Propaganda veröffentlicht. Bisher standen Linke für die palästinensische Solidarität gegen die Imperialisten aus Israel und USA. Aber dieser demagogische Bericht wird die Linken nur weiter in ihrer Gegnerschaft gegen Israel stärken, dass die Palästinenser wie Sklaven hält. Dieser Bericht ist irrelevant, Israel ist ein Feind der internationalen linken Solidarität ! Die TAZ muss sich wieder auf sozialistische Themen hin orientieren, sonst wird es Konsequenzen geben.

  • 01.07.2010 16:22 Uhr:

    von EGAL:

    auch die antideutschen bahamasredaktion hätte es nicht
    besser machen können.
    nur das mit den kugeln im gesicht,das hört sich so nach hinrichtung an.das müßt ihr noch üben.
    es sollte auch vielmehr herrausgestellt werden das sich die schiffen zwar in internationalen gewässern befanden,aber das die zwillen eine reichweite bis israel hatten,aus der sich das recht zur enterung ableitet.
    mit fotos von den waffenlieferungen für die hamas und von den gewehren der ihh hätte der artikel mehr emotionen wecken können.


    soviel antideutschen unsinn habe ich lange nicht mehr g

"Va te faire enculer, sale fils de pute." Laß dich in den Arsch ficken, dreckiger Hurensohn. #anelka #WM #Islam #Mutter

Frankreich ist noch nicht am Ende der Selbstaufgabe angekommen

"Va te faire enculer, sale fils de pute." Laß dich in den Arsch ficken, dreckiger Hurensohn.

Nicolas Anelka erklärt die Mutter des Raymond Domenech zur Nutte, mit ihrer Beleidigung demütigt er den Trainer maximal. Es gibt nichts Schlimmeres unter Muslimen, als die Mutter zur Nutte und den Gegner zum Hurensohn zu ernennen. Jeder Muslim weltweit weiß das, jeder! (1)

Die Beleidigung der Mutter und damit aller Frauen der Welt ist mit dieser Einschätzung noch nicht ausreichend berücksichtigt. Muslime benutzen Frauen, Mädchen, weibliche Kleinkinder, Mütter, Schwestern, Ehefrauen, Töchter, Familienmitglieder, Bekannte und Unbekannte, Musliminnen und "Ungläubige", auch genannt "Schlampen", wie und wann es ihnen nutzt und möglich ist. So lehrt es sie ihr Prophet. Siehe dazu die Suren 2:223, 2:282, 4:11, 4:34, 24:13, 24:31, siehe dazu die Rolle der Frauen in der Geschichte des Islam, und siehe die täglich aus aller Welt hereinkommenden Meldungen über Gewalt von Muslimen an Frauen und Mädchen. (2)

In seiner exzellenten Analyse der gesellschaftlichen Dimension des Zerfalls der Bleus schreibt Jürg Altwegg über die Berichterstattung: Aber keiner hat erwähnt, dass es der siebzigste Jahrestag von Pétains Angebot zur Kollaboration war. (3)

Keiner, auch nicht Jürg Altwegg, benennt die Ausmaße der Islamisierung der französischen Nationalmannschaft, niemand gibt Beispiele. Man darf darüber sinnieren, warum wohl die Bleus in rivalisierende Clans und Cliquen zerfallen sind. Diese Entwicklung ist der Vorherrschaft des Islam in der Mannschaft geschuldet; denn sonst gäbe es so geartete Rivalitäten nicht: "die Schwarzen von den Antillen, die Schwarzen aus Afrika, die Weißen, die Muslime, die Söldner im Ausland, die Spieler in französischen Klubs". Und keiner mit Gourcuff, dem Sohn ohne Migrationshintergrund aus dem französischen Bildungsbürgertum. Die Nationalmannschaft war vom Vor- zum Spiegelbild der Gesellschaft geworden.

Spätestens bei der Erwähnung des Yoann Gourcuff wäre ein Wort fällig gewesen. Warum keiner mit Gourcuff, dem Sohn ohne Migrationshintergrund aus dem französischen Bildungsbürgertum? Warum ist Yoann Gourcuff im Spiegelbild der Gesellschaft derartig isoliert? (4)

Er vereinigt auf sich, daß er weiß ist und kein Muslim, und daß er nicht aus prekären Verhältnissen stammt. Er entspricht nicht den von linken Intellektuellen und Aktivisten Frankreichs gemeinsam mit ihren radikalislamischen Freunden für die armen Opfer der französischen Gesellschaft erfundenen Kategorien, die heute von Muslimen aller Hautfarben und Sektenzugehörigkeiten, unterstützt von den Linken, als Vorwand für ständige Forderungen und zu Entschuldigungen ihres Versagens genutzt werden. Yoann Gourcuff paßt nicht ins Schema, er ist ein Beispiel für vom Islam und seinen linken Freunden bestimmte Ausgrenzungskriterien. Franck Ribéry ist zu ihm das Gegenteil, er entspricht den Kategorien.

Dieser häßlichste aller jemals in französischen Nationalmannschaften aufs Feld aufgelaufene Spieler ist für den Islam gewonnen worden: Il est des nôtres ! Er ist einer von uns! Wohin soll er auch sonst, der Freier, als in die Moschee und in den Puff in der Seitenstraße der Champs-Elysées, zur Marokkanerin Zahia Dehar? (5)

Die vollständige Ausblendung der Rolle des Islam in der deutschen und der französischen Berichterstattung der MSM führt dazu, daß der Auftritt der 80-jährigen Mutter des Raymond Domenech in den MSM fehlinterpretiert wird, und zwar unterschiedlich.

Die BILD titelt: Mutter Domenech empört über Anelka und dessen Spruch. Die ältere Dame würde sich Anelka deshalb gerne vorknöpfen. "Ich würde Herrn Anelka gerne treffen und ihm meine Sicht der Dinge als Mutter näher bringen", sagte sie. (6)

Die BZ weiß: Mama Domenech weist Anelka zurecht. Und weiter geht´s: Germaine Domenech, Mutter des französischen Nationaltrainers, würde sich Nicolas Anelka gern vorknöpfen. (7)

Ähnlich berichten auch englischsprachige MSM wie der australische Sydney Morning Herald und TimeLive aus Zambia. Abdul Milazi aus Zambia phantasiert noch Geschichten hinzu. Er könne die Mutter förmlich reden hören, die Arme akimbo, in die Hüften gestemmt: Wen nennst du eine Hure? ... "Junge, du wirst einen Krankenwagen nötig haben, wenn du mich jemals wieder so bezeichnest." (8)

Wer wie ich am Morgen zuerst in den französischen MSM gelesen hat, erkennt die Mutter des Raymond Domenech nicht wieder. Es ist gerade das Problem Frankreichs, daß von Muslimen beleidigte, gedemütigte, verletzte Ureinwohner nicht so reagieren, aber Abdul Milazi kann sich das wie jedermann und jedefrau mit gesundem Menschenverstand überhaupt nicht anders vorstellen als kämpferisch. Auch die Nachkommen der aus England nach Australien verbannten Kriminellen und anderen unliebsamen Personen, seit Generationen gestählt im Überlebenskampf, wissen nicht, worum es geht. Der deutschen Berichterstattung unterstelle ich Absicht. BILD und BZ wollen die Schwäche der französischen und der europäischen Gesellschaft gegenüber den Unverschämtheiten des Islam und seiner Funktionäre nicht zur Kenntnis nehmen, sie interpretieren einfach um.

Sowohl in L´Equipe als auch im Aujourd´hui/Le Parisien lese ich anderes, mit völlig anderem Sinn, nämlich, daß die Mutter, liebevoll maman genannt, la maman de Domenech, RTL anvertraut, daß sie Nicolas Anelka gern treffen würde, um ihm ihren Schmerz mitzuteilen, ihre Gefühle. Ihr Sohn sei "touché, très touché", das heißt zu deutsch berührt, sehr gerührt. Es sei traurig, so beleidigt zu werden, désolant "de se faire insulter ainsi". Sie appelliert sogar daran, daß er doch auch eine Mutter habe. Es hat nichts zu tun mit Empörung, mit einem Widerstandswillen, gegen solches anzugehen, gar jemanden ins Krankenhaus zu versetzen, sondern es ist eine Unterwürfigkeit, ein Flehen um Gnade. Die Mutter weint (!) beim Interview mit RTL. Sie ist 80 Jahre alt, es ist ihr nicht vorzuwerfen, daß sie weint, aber RTL, das als Audio auf ihre Site zu stellen und nicht zu merken, daß damit ganz Frankreich als das porträtiert wird, was es gegenwärtig ist, und was die jungen Muslime in Deutschland, wo der Fall ähnlich gelagert ist, dazu veranlaßt, die "Ungläubigen" so anzureden: Du Opfer, wir boxen dich zu Kartoffelbrei! (9)

In Tränen aufgelöst, betont sie, "Monsieur Anelka treffen" zu wollen, "um ihm die Ansicht einer Mama, maman, zu sagen, wenn er eine hat! ... Es ist traurig, derartig beleidigt zu werden, weil der Trainer mein Sohn ist. Doppelte Beleidigung, voilà. Sowohl für den Trainer als für seine Mama. Das schmerzt mich. Das schmerzt mich sehr. Auch ihren Sohn schmerze das sehr, aber er hat mir gesagt: "Mach dir nichts daraus, ich denke an dich. Er ist berührt, sehr berührt."

Würden Sie wollen, daß Nicolas Anelka sich entschuldigt: "Wissen Sie, das Böse ist geschehen. Das wird nicht den Schmerz hinwegnehmen, den ich erlitten habe."

So geht das Interview eine Weile. Wer´s nicht fassen kann, höre selbst die Aufzeichnung. Auch für diejenigen, die nicht französisch verstehen, ist das Wesentliche zu vernehmen, eine weinende alte Dame, Symbol für das Frankreich von heute. (10)

L´Equipe bringt den Text des Interviews auszugsweise, am 22. Juni 2010. Die Mutter, la mère (sic!), von Domenech würde gern Anelka treffen. Darunter steht eine kurze Nachricht über den Bruder Claude Anelka, der meint, nun sei Nicolas Anelka mit den Bleus fertig. (11)

Die Mutter, sachlich und ohne gefühlvollen Unterton, heißt französisch la mère. Wer seine Mutter gegenüber anderen maman nennt, der hat eine Gefühlsbeziehung zu ihnen oder will sie aufbauen, es ist wie im Deutschen mit "Mutter" und "Mama".

Beunruhigend ist, daß die Franzosen mehrheitlich anscheinend nicht merken, daß sie unangemessene Antworten auf die Herausforderungen der Islamisierung geben. Sie fahren fort, als wenn es nicht darauf ankäme, Widerstand zu entwickeln, den Nicolas Anelka bei einer erneuten Beleidigung krankenhausreif zu schlagen. Nein, sie weinen, klagen und muten der Welt ihre Gefühle zu, sie sind touchés, très touchés.

Wenn Frankreich, seine Politiker und MSM es dabei beließen, für ihr eigenes Land eine ungeeignete Politik zu betreiben und sie wortreich zu beschönigen und zu verteidigen, wäre es für Frankreich und Europa schon schlimm genug. Sie legen aber auch Israel diese Politik der Selbstaufgabe nahe. Die Antwort auf die Angriffe der islamischen Welt auf Israel möge sich im Weinen und Klagen einer 80-jährigen Dame erschöpfen und die Reise gedemütigt und pathetisch bis ans Ende der Hölle aus- und durchgehalten werden. (12)

Mais il n´en est rien !

22. Juni 2010

Quellen

(1) [Video] Anelka insulte Raymond Domenech: "Va te faire enculer, sale fils de pute." Par samory, Xalimasn, 19 juin 2010
http://tinyurl.com/22lsr3y

Anelka insulte Domenech : "Va te faire ..., sale fils de ... ". Video, TF1/LCI,
19 juin 2010
http://tinyurl.com/3anx9qd

(2) Der edle Qur´an. Zentralrat der Muslime in Deutschland
http://www.islam.de/13822.php

(3) Frankreichs WM-Auftritt. Die "Tricolore" am Abgrund. Von Jürg Altwegg,
FAZ.net, 21. Juni 2010
http://tinyurl.com/2vaykso

(4) Yoann Gourcuff. Equipe de France. Fédération française de Football
http://tinyurl.com/2utdq97

(5) "Franck Ribéry" Zahia. Google.fr 527 000 résultats
http://tinyurl.com/35ncoxh

(6) Mutter Domenech empört über Anelka. BILD.de, 22. Juni 2010
http://tinyurl.com/37qfsod

(7) Böse Zungen. Mama Domenech weist Anelka zurecht. BZ, 22. Juni 2010
http://tinyurl.com/282wxx8

(8) Domenech´s mother blasts Anelka. The Sydney Morning Herald,
June 22, 2010
http://tinyurl.com/2be9g5r

French coach´s mother takes up fight with Anelka. By Abdul Milazi,
TimesLive Zambia, June 21, 2010
http://tinyurl.com/32uyh2t

(9) KIZ Du opfer was willst du machen lyrics/songtext. Video. YouTube
http://www.youtube.com/watch?v=-OYgede9JM0

(10) Exclu RTL - Germaine Domenech : "Raymond est touché, très touché".
Par Aline Thibal & La rédaction de RTL.fr. Audio. RTL, 21/22 juin 2010
http://tinyurl.com/2v7dmy8

(11) La mère de Domenech voudrait rencontrer Anelka. L´Equipe,
22 juin 2010, p. 2 (nicht online)

(12) Voyage au bout de l´enfer. L´Equipe, 22 juin 2010
http://www.lequipe.fr/Football/directs/Live190770.html

Siehe auch:

Frankreich im Autobus! Einigkeit macht den Streich! 21. Juni 2010
http://www.eussner.net/artikel_2010-06-21_14-18-00.html

Neue Anti-Schiffs-Marschflugkörper Technologien - das nächste Pearl Harbour wird im persischen Golf liegen #Iran

Iran: Ein zu großes Wagnis?

03.02.2005



Mark Gaffney


 
Im vergangenen Juli nannten sie es Operation Summer Pulse: eine gleichzeitige Versammlung von Streitkräften der US-Marine, weltweit, die es so noch nie gegeben hatte. Der Marine zufolge war es die erste Übung des neuen Flottenreaktionsplans (FRP), der dazu dienen soll, es der Marine zu ermöglichen, schnell auf eine internationale Krise zu reagieren. Die Marine wollte ihre gesteigerte Bereitschaft demonstrieren, also ihre Fähigkeit, Kampfkraft schnell an jeden Krisenherd auf der Welt zu bringen. Nie zuvor in der Geschichte der US-Marine waren so viele Flugzeugträgerverbände an einer einzelnen Operation beteiligt. Selbst die im Golf und im Mittelmeer während der Operation Desert Storm im Jahr 1991 und bei dem letzten Angriff auf den Irak im Golf und im Mittelmeer zusammengezogenen US-Flotte überstieg nie sechs Kampfverbände. Aber im vergangenen Juli und August waren sieben von ihnen in Bewegung, jeder Kampfverband bestand aus einem Flugzeugträger der Nimitz-Klasse, sieben bis acht Begleitschiffen und 70 oder mehr Flugzeugen. Der größte Teil der Aktivitäten erfolgte zahlreichen Berichten zufolge im Pazifik, wo die Flotte an gemeinsamen Übungen mit der Marine Taiwans teilnahm.

Aber warum war so viel Marine zur gleichen Zeit unterwegs? Welche mögliche Krise in der Welt könnte mehr Kampfverbände erfordern als während des Angriffs auf den Irak eingesetzt wurden? In den vergangenen Jahren, wenn die USA "Flagge zeigen" wollte oder ihre Marine-Muskeln spielen ließ, reichten ein oder zwei Trägerverbände aus. Warum diese weltweite Machtdemonstration?

Die Schlagzeilen über die gemeinsamen Manöver im südchinesischen Meer lauteten "Säbelrasseln entnervt China" und "Große Machtdemonstration beunruhigt Chinesen." Aber die Realität war eine andere und hat, wie wir sehen werden, schwerwiegende Auswirkungen auf die Anwesenheit des US-Militärs im Persischen Golf, da die Operation Summer Pulse eine hochrangige Entscheidung des Pentagons widerspiegelte, daß eine noch nie dagewesene Machtdemonstration nötig war, um sich etwas, das als eine wachsende Bedrohung angesehen wird, entgegenzustellen - in dem speziellen Fall Chinas aufgrund der von Peking kürzlich von Rußland gekauften Zerstörer der Sovremenny-Klasse.

"Blödsinn!", denken Sie nun wahrscheinlich. "Das ist unmöglich. Wie können ein paar nichtige Zerstörer die US-Pazifikflotte gefährden?"

Hier wird die Geschichte dichter: Summer Pulse lief auf ein stillschweigendes Anerkenntnis, offensichtlich für jeden, der darauf achtete, hinaus, daß die Vereinigten Staaten auf einem wichtigen Bereich der Militärtechnologie überholt worden sind und daß dieser qualitative Vorteil nun von anderen, einschließlich der Chinesen, genutzt wird, daß diese ansonsten völlig gewöhnlichen Zerstörer tatsächlich Abschußplattformen für russische 3M-82 Moskit Anti-Schiffs-Marschflugkörper (NATO-Bezeichnung SS-N-22 Sunburn) sind, eine Waffe, gegen die die US-Marine derzeit keine Verteidigung besitzt. Ich will hier nicht andeuten, daß der Status der USA als letzte Supermacht der Welt beendet wurde. Ich sage einfach, daß ein neues globales Kräftegleichgewicht auftaucht, in dem andere Staaten gelegentlich einen "asymmetrischen Vorteil" gegenüber den USA erlangen. Und das erklärt meiner Ansicht nach das enorme Ausmaß von Summer Pulse. Die US-Show letzten Sommer von überwältigender Stärke sollte ein Botschaft senden.

Die Sunburn-Rakete

Ich war schockiert, als ich die Fakten über diese russischen Marschflugkörper erfuhr. Das Problem ist, daß viele von uns an zwei falschen Auffassungen leiden. Die erste folgt aus der Annahme, das Rußland als Folge des Auseinanderbrechens des alten sowjetischen Systems militärisch schwach sei. Tatsächlich stimmt das, es gibt aber nicht die Vielschichtigkeiten wider. Obwohl die russische Marine weiterhin in den Häfen verrostet und die russische Armee in Unordnung ist, ist die russische Technologie der unseren in bestimmten Bereichen tatsächlich überlegen. Und nirgends ist das wahrer als in dem wichtigen Bereich von Anti-Schiffs-Marschflugkörpern, wo die Russen einen Vorsprung von mindestens 10 Jahren vor den USA haben. Die zweite falsche Auffassung hat mit unserer allgemeinen Selbstgefälligkeit hinsichtlich Raketen-als-Waffen zu tun - die vermutlich durch die erbärmlichen Leistungen von Saddam Husseins Scuds während des ersten Golfkriegs genährt wurde: eine gefährliche Illusion, die ich nun versuchen werde zu korrigieren.

Vor vielen Jahren gaben es die sowjetischen Planer auf, mit der US-Marine Schiff für Schiff, Kanone für Kanone und Dollar für Dollar gleichzuziehen. Die Sowjets konnten einfach nicht mit den hohen US-Ausgaben mithalten, die notwendig sind, um eine große Seeflotte aufzubauen und zu unterhalten. Sie ergriffen geschickterweise einen anderen, auf strategischer Verteidigung basierenden Ansatz. Sie suchten nach Schwächen und suchten nach relativ preiswerten Wegen, diese Schwächen auszunutzen. Die Sowjets hatten Erfolg: sie entwickelten mehrere überschallschnelle Anti-Schiffs-Raketen, von denen eine, die SS-N-22 Sunburn, als die "tödlichste Rakete heute in der Welt" bezeichnet wurde.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjet-Union brachen harte Zeiten für die alte Militärindustrie an. Aber in den späten 90ern bemerkte Moskau das bisher zu wenig genutzte Potential seiner Raketentechnologie zur Erlangung dringend benötigter Devisen. Eine Entscheidung zur Wiederbelebung ausgewählter Programme wurde getroffen und sehr schnell wurde russische Raketentechnologie zu einem Exportschlager. Heute sind russische Raketen ein wachsender Industriezweig, der dringend benötigtes Geld für Rußland bringt, mit vielen Milliarden aus Verkäufen nach Indien, China, Vietnam, Kuba und auch Iran. In der nahen Zukunft wird diese Verbreitung fortschrittlicher Technologie vermutlich zu ernsten Herausforderungen für die USA führen. Einige wurden gewarnt, daß die größten Schiffe der US-Marine, die riesigen Flugzeugträger, jetzt zu schwimmenden Todesfallen geworden sind und aus diesem Grund eingemottet werden sollten.

Die Sunburn-Rakete ist meines Wissens nach noch nie im Kampf eingesetzt worden, was vermutlich erklärt, warum ihre furchterregenden Fähigkeiten nicht in größerem Rahmen erkannt werden. Andere Marschflugkörper sind natürlich bei mehreren Gelegenheiten eingesetzt worden, mit vernichtenden Ergebnissen. Während des Falkland-Kriegs versenkten von argentinischen Kampfflugzeugen abgefeuerte in Frankreich hergestellte Exocet-Raketen die HMS Sheffield und ein weiteres Schiff. Und in 1987, während des Iran-Irak-Kriegs, wurde die USS Stark während einer Patrouille im Persischen Golf von zwei Exocet-Raketen fast in zwei Teile getrennt. Bei dem Ereignis hatte das US-Aegis-Radar das sich nähernde irakische Kampfflugzeug (eine in Frankreich hergestellte Mirage) geortet und seine Annäherung bis auf 80 Kilometer verfolgt. Das Radar "sah" auch wie das irakische Flugzeug abdrehte und zu seiner Basis zurückkehrte. Aber das Radar bemerkte nie, daß der irakische Pilot seine Waffen abgefeuert hatte. Die knapp über dem Wasser fliegenden Exocets kamen unterhalb herangedonnert und wurden nur Augenblicke, bevor sie in die Stark rammten, das Schiff schwer beschädigten und 37 US-Seeleute töteten, von menschlichen Augen gesichtet.

Der Überraschungsangriff auf die Stark von 1987 beispielhaft für die Gefahren, die von Anti-Schiffs-Marschflugkörpern ausgehen. Und die Gefahren sind im Fall der Sunburn, deren Eigenschaften die unterschallschnelle Exocet bei weitem übertreffen, noch weitaus ernster. Nicht nur, daß die Sunburn wesentlich größer und schneller ist, sie hat auch eine wesentlich größere Reichweite und ein überlegenes Steuerungssystem. Diejenigen, die ihre Erprobungsflüge gesehen haben, sind unweigerlich erstaunt. Einem Bericht zufolge bat der iranische Verteidigungsminister Ali Shamkhani bei einem Besuch im Oktober 2001 in Moskau um einen Versuchsabschuß der Sunburn, was die Russen nur zu gern arrangierten. Ali Shamkhani war so beeindruckt, daß er eine Bestellung für eine nicht genannte Zahl der Raketen aufgab.

Die Sunburn kann einen nuklearen 200-Kilotonnen oder einen konventionellen 340-Kilogramm-Sprengkopf mit einer Reichweite von 160 Kilometern, mehr als dem doppelten der Exocet, transportieren. Die Sunburn kombiniert eine Geschwindigkeit von Mach 2,1 (die doppelte Schallgeschwindigkeit) mit Flugbewegungen knapp über der Oberfläche, die "heftige Endmanöver" einschließen, um der Verteidigung des Feindes zu entgehen. Die Rakete wurde insbesondere entwickelt, um das US-Aegis-Radarverteidigungssystem zu besiegen. Sollte eine Phalanx-Verteidigungseinheit der US-Marine es wie auch immer schaffen, eine sich nähernde Sunburn-Rakete zu registrieren, so hätte das System nur Sekunden, um eine Feuerlösung zu errechnen - nicht genug, um die sich nähernde Rakete zu zerstören. Die US-Phalanx-Verteidigung setzt eine sechsläufige Kanone ein, die 3.000 Projektile aus abgereichertem Uran pro Minute abfeuert, aber die Waffe muß präzise Koordinaten haben, um einen Eindringling "rechtzeitig" zu zerstören.

Die kombinierte Überschallgeschwindigkeit und Größe des Sprengkopfs der Sunburn führen bei ihrem Einschlag zu einer gewaltigen kinetischen Energie, mit verheerenden Folgen für das Schiff und seine Besatzung. Eine einzige dieser Raketen kann ein großes Kriegsschiff versenken, kostet aber deutlich weniger als ein Kampfflugzeug. Obwohl die Marine die älteren Phalanx-Systeme stufenweise außer Dienst stellt ist ihr Nachfolger, das "Adaptive Raketensystem" noch nie gegen die Waffe getestet worden, der es sich anscheinend eines Tages im Kampf gegenübersehen wird.

Folgen für die US-Streitkräfte im Golf

Die einzige glaubwürdige Verteidigungsmöglichkeit der US-Marine gegen eine widerstandfähige Waffe wie die Sunburn-Rakete ist, die Annäherung des Feindes, seien es Zerstörer, U-Boote oder Kampfbomber, rechtzeitig festzustellen, und sie zu besiegen bevor sie in Reichweite kommen und ihre tödliche Fracht abfeuern. Zu diesem Zweck werden US-AWACs-Radarflugzeuge, die jedem Kampfverband zugeteilt sind, abwechselnd in der Luft. Die Flugzeuge "sehen" alles im Umkreis von 320 Kilometern um die Flotte und werden durch Informationen von Satelliten im Orbit unterstützt.

Aber die Kommandeure der US-Marine, die im Persischen Golf operieren, stehen ernsten Herausforderungen gegenüber, die aufgrund der Küstenzone einzigartig sind. Ein Blick auf eine Karte zeigt, warum: Der Golf ist nichts als ein großer See mit einem schmalen Ausgang und der größte Teil seines nördlichen Ufers, also der Iran, besteht aus bergigem Gelände, das einen beherrschenden taktischen Vorteil über Schiffe, die in den Gewässern des Golfs operieren, bietet. Das zerklüftete nördliche Ufer macht das Verbergen von Küstenverteidigungsanlagen wie mobilen Raketenabschußrampen leicht und ihre Entdeckung problematisch. Obwohl hierüber nur wenig berichtet wurde, haben die USA die Schlacht der Scuds im ersten Golfkrieg - als "die große Scud-Jagd" bezeichnet - tatsächlich verloren und das aus ähnlichen Gründen. Saddam Husseins mobile Scud-Abschußrampen erwiesen sich als so schwierig zu entdecken und zu zerstören - wieder und wieder narrten die Iraker die alliierte Aufklärung mit Ködern - daß die USA während Desert Storm nicht eine einzige Vernichtung bestätigen konnten. Dies erwies sich im Nachhinein für das Pentagon als so große Peinlichkeit, daß die unangenehmen Statistiken in offiziellen Berichten begraben wurden. Aber die unverblümte Wahrheit ist, daß es den USA nicht gelang, die Scud-Angriffe zu beenden. Die Abschüsse gingen bis zu den letzten paar Tagen des Konflikts weiter. Glücklicherweise machte die Ungenauigkeit der Scud sie zu einer fast nutzlosen Waffe. Einmal witzelte General Norman Schwarzkopf herablassend gegenüber der Presse, daß seine Soldaten eher in Georgia von einem Blitz getroffen würden, als in Kuwait von einer Scud.

Aber das war damals und es wäre ein schwerwiegender Fehler, es zuzulassen, daß die Wirkungslosigkeit der Scud die Fakten hinsichtlich dieser anderen Rakete trübt. Die erstaunliche Genauigkeit der Sunburn wurde vor nicht allzu langer Zeit bei einem Test im Meer von den Chinesen demonstriert - und von US-Spionageflugzeugen beobachtet. Nicht nur, daß die Sunburn das Schiffsziel zerstörte, sie traf auch genau ins Schwarze, indem sie das Zentrum eines großen, an der Brücke des Schiffes angebrachten "X" traf. Das einzige Wort um dem gerecht zu werden, phantastisch, ist zu einem Klischee geworden, abgedroschen durch übertriebene Anwendung.

Die US-Marine hat sich im Kampf noch nie etwas derart furchterregendem wie der Sunburn-Rakete gegenübergesehen. Aber das wird sich mit Sicherheit ändern, wenn die USA und Israel sich entscheiden, einen sogenannten Präventivkrieg gegen den Iran zu führen, um seine atomare Infrastruktur zu zerstören. Gewitterwolken ziehen über dem Golf seit Monaten auf. In den vergangenen Jahren hat Israel seine Luftwaffe mit einer neuen Flotte von F-15 Langstreckenkampfbombern aufgerüstet und erst kürzlich eine Lieferung von 5.000 bunkerbrechenden Bomben von den USA erhalten --Waffen, von denen viele Beobachter glauben, daß sie für den Einsatz gegen den Iran gedacht sind.

Eine fürchterliche Symmetrie?

Wenn sich in den kommenden Monaten eine Machtprobe um den Iran entwickeln sollte, würde der Mann, der den Ausgang in seinen Händen halten könnte, auf die Weltbühne gestoßen werden. Dieser Mann, man mag ihn lieben oder hassen, ist der russische Präsident Vladimir Putin. Es ist in den vergangenen Monaten schwer gegeißelt worden, weil er sich selbst zu viel politische Macht gegeben hat. Aber dem früheren sowjetischen Präsidenten Mikhail Gorbachov zufolge, der vor kurzem im US-Fernsehen von David Brokaw interviewt wurde, hat Putin keine Tyrannei in Rußland errichtet - bisher. Gorbachov denkt, daß das letzte Wort über Putin noch nicht gesprochen ist.

Vielleicht sollten wir uns hiermit im Hinterkopf fragen, ob Vladimir Putin ein ernsthafter Student der Geschichte ist. Wenn er es ist, erkennt er sicherlich, daß die sich verschärfende Krise im Persischen Golf nicht nur zahllose Gefahren, sondern auch Gelegenheiten bietet. Man kann sicher sein, daß der russische Führer nicht die erniedrigende Niederlage vergessen hat, die Ronald Reagan dem alten sowjetischen Staat zugefügt hat. (Haben wir Amerikaner vergessen?) In der Mitte der 80er Jahre waren die Sowjets in Kabul und hatten die Mujaheddin so gut wie besiegt. Die Sowjet-Union schien in ihrer militärischen Besatzung Afghanistans sicher. Aber dann, in 1986, erreichten die ersten Stinger-Raketen die Hände des afghanischen Widerstands und, ziemlich plötzlich, begannen sowjetische Kampfhubschrauber und MiGs vom Himmel zu fallen wie brennende Steine. Das Blatt wendete sich schnell und bis 1989 war es bis auf das Händeringen und dem Zähneknirschen im Kremlin vorüber. Besiegt schlichen die Sowjets zurück über die Grenze. Die ganze Welt bejubelte die amerikanischen Stinger, die den Erfolg gebracht hatten.

Glaubt wirklich jemand, daß Vladimir Putin zögern wird, eine so seltene Gelegenheit zu ergreifen? Sicherlich sind Putin die schrecklichen Ausmaße der Falle bwußt, in die die USA hineingetappt sind. Wäre Putin im Unrecht, wenn er schlußfolgern würde, daß die USA die Region niemals verlassen werden, wenn sie nicht zuvor militärisch geschlagen werden? Sollten wir ihm vorwerfen, daß er entschieden hat, daß der Iran "ein zu großes Wagnis" ist?

Wenn sich die USA und Israel übernehmen und die Iraner das Netz mit russischen Schiffabwehrraketen zuziehen, wird es tatsächlich eine schreckliche Symmetrie sein...

Das Zuschnappen der Falle

Bei der Schlacht von Cannae im Jahr 216 v.Chr. lockte der große karthagische General Hannibal die viel größere römische Armee in einen schicksalhaften Vormarsch und schloß sie dann mit einer kleineren Streitmacht ein und vernichtete sie. Von der römischen Armee von 70.000 Männern entkamen nicht mehr als ein paar tausend. Es wird erzählt, daß die Soldaten Hannibals nach vielen Stunden der Tötung der Römer so müde geworden waren, daß sie nicht mehr Kämpfen mochten. In ihrer Müdigkeit schenkten sie den letzten gebrochenen und ramponierten Römern ihre Leben...

Wir wollen beten, daß die US-Matrosen, die soviel Pech haben, im Persischen Golf im Einsatz zu sein wenn das Schießen beginnt, dem Schicksal der römischen Armee in Canae entkommen können. Die Chancen werden für sie allerdings sehr schlecht stehen, weil sie sich der gleichen Gefahr gegenübersehen werden, gleichbedeutend mit dem Einschluß. Die US-Schiffe im Golf werden bereits in die Reichweite der Sunburn-Raketen und der noch fortschrittlicheren SS-NX-26 Yakhont-Raketen, ebenfalls von Rußland hergestellt (Geschwindigkeit: Mach 2,9; Reichweite: 290 Kilometer), von den Iranern entlang des Nordufers des Golfs aufgestellt, gekommen sein. Jedes US-Schiff wird ungeschützt und verletzlich sein. Wenn die Iraner die Falle zuschnappen lassen wird der ganze See zu einer Todeszone werden.

Anti-Schiffs-Marschflugkörper sind nicht neu, wie schon gesagt. Ebenso haben sie bisher noch nie den Ausgang eines Konflikts bestimmt. Aber dies vermutlich nur, weil diese schrecklichen Waffen noch nie in ausreichender Zahl eingesetzt wurden. Zur Zeit des Falkland-Kriegs besaß die argentinische Luftwaffe nur fünf Exocets und schaffte es doch, zwei Schiffe zu versenken. Mit genug von ihnen hätten die Argentinier vielleicht die ganze britische Flotte versenkt und den Krieg gewonnen. Obwohl noch nie ein konzentrierter Angriff mit Marschflugkörpern stattgefunden hat, könnte dies genau das sein, dem sich die US-Marine beim nächsten Krieg im Golf gegenübersieht. Man versuche sich es vorzustellen: Salve auf Salve von Raketen der Exocet-Klasse, von denen die Iraner bekanntermaßen hunderte besitzen, als auch die unaufhaltbaren Sunburn- und Yakhont-Raketen. Die Fragen, die sich unsere kurzsichtigen Politiker heute stellen sollten, wenn es ihnen wichtig ist, was die Historiker später über sie schreiben werden, sind zwei: wieviele Schiffabwehrraketen hat Putin bereits an den Iran geliefert? Und: wieviele weitere sind derzeit in Vorbereitung? Im Jahr 2001 berichtete Jane's Defense Weekly, daß der Iran versuchte, Schiffabwehrraketen von Rußland zu kaufen. Verhängnisvollerweise erwähnte der gleiche Bericht auch, daß die fortgeschrittenere Yakhont-Rakete "für Angriffe auf Trägergruppen optimiert" worden war. Offenbar ist ihr Lenksystem "in der Lage, einen Flugzeugträger von seinen Begleitschiffen zu unterscheiden." Die Anzahl wurde nicht enthüllt...

Die US-Marine wird unter Beschuß geraten, selbst wenn die USA sich nicht an den ersten sogenannten chirurgischen Schlägen gegen die Atomanlagen des Irans beteiligen, wenn Israel sie also allein durchführt. Israels nagelneue Flotte von 25 F-15s (vom amerikanischen Steuerzahler bezahlt) hat ausreichende Reichweite, um den Iran zu erreichen, aber Israel kann keinen Angriff durchführen, ohne den Luftraum des US-besetzten Iraks zu durchqueren. Es wird ziemlich egal sein, ob Washington grünes Licht gibt oder von einem widerspenstigen Israel in den Konflikt hineingezogen wird. In jedem Fall wird das Ergebnis das gleiche sein. Die Iraner werden die US-Einwilligung als Mittäterschaft werten und in jedem Fall verstehen, daß der wirkliche Kampf gegen die Amerikaner geht. Die Iraner werden vollkommen im Recht sein, in Selbstverteidigung einen Gegenangriff durchzuführen. Der größte Teil der Welt wird es so sehen und sie unterstützen, nicht Amerika. Die USA und Israel werden als die Aggressoren angesehen werden, selbst da die glücklosen US-Matrosen zu Kanonenfutter werden. In den flachen und engen Gewässern des Golfs werden Ausweichmanöver bestenfalls schwierig und Flucht unmöglich sein. Selbst wenn US-Flugzeuge den Himmel über dem Schlachtfeld kontrollieren, wird es den unten im Netz gefangenen Seeleuten schwer fallen zu überleben. Der Golf wird rot von amerikanischem Blut werden...

Ab hier wird es nur noch schlimmer. Mit ihren von Rußland gelieferten Marschflugkörpern werden die Iraner den einzigen Ausgang des Sees, die strategische Straße von Hormuz, abriegeln und die gefangenen und sterbenden Amerikaner von Hilfe und Rettung abschneiden. Die im Indischen Ozean konzentrierte US-Flotte wird hilflos dabeistehen, unfähig, den Golf zu betreten, um den Überlebenden zu helfen oder logistische Unterstützung für die US-Streitkräfte im Irak zu bringen. Kombiniert man dies mit einer neuen großangelegten Bodenoffensive der irakischen Rebellen, dann könnte sich, ziemlich plötzlich, der Spieß gegen die Amerikaner in Baghdad umdrehen. Während die Vorräte und die Munition beginnen knapp zu werden, wird der Status der US-Streitkräfte in der Region heikel werden. Die Besatzer werden zu Belagerten werden...

Mit genügend Schiffabwehrraketen können die Iraner den Tankerverkehr durch Hormuz für Wochen, sogar Monate anhalten. Mit dem beschnittenen Fluß des Öls aus dem Golf, wird der Preis für ein Barrel Öl auf dem Weltmarkt in die Höhe schnellen. Innerhalb von Tagen wird die Weltwirtschaft beginnen, zum Erliegen zu kommen.

...und/oder die USA werden Atomwaffen zum Einsatz bringen.

Jedenfalls ist dies der Grund  für die umfassenden Anti-Raketen Übungen vor Israel wie das hier, hier und hier beschrieben wird.

Zu den Übungen schreibt der « Bare Naked Islam's Weblog Wink :

Zitat:
But first, from June 6 through June 10, the USS Harry S. Truman carrier Strike Group was deployed 50 miles of the shore of southwestern Israel, secretly drilling the interception of incoming Iranian, Syrian and Hizballah missiles and rockets against US and Israeli targets in the Middle East.
...
For five days and night, the Truman’s sixty F/A-18E/F Super Hornet fighter bombers took off on simulated bombing missions against targets set up by the Israeli Air Force at its firing range on the Nevatim Base-28, in the Negev desert southeast of Be’er Sheva – one of its three big air bases.

The exercise was prompted by rising tensions from Syria’s deployment of advanced Scud missiles for Hizballah on its border with Lebanon. it took place not far from the spot where Israeli commandos subsequently raided the Turkish Mavi Marmara on May 31. The Super Hornets flew simulated bombing missions night and day against targets set up by the Israeli Air Force at its firing range on the Nevatim Base-28, in the Negev desert southeast of Be’er Sheva – one of three big Israeli air facilities.

Diesmal wissen die USA wo ihre Schiffe zu Schrott werden können und das dieses mal die Flugzeugträger nicht vergessen werden.

Wobei das Wiederrausholen und Reparieren nicht so einfach wie im Hafen von Pearl Harbour sein wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

WM 2010 - Zwischenbericht an den verehrten Präsidenten der Islamischen Republik Iran Mahmoud Ahmadinedschad

WM 2010 - Wo steht der islamische Fußball?


Zwischenbericht des offiziellen Beobachters der Football Association of the Islamic Republic of Iran, Teheran an den verehrten Präsidenten der Islamischen Republik Iran Mahmoud Ahmadinedschad


Von dem würdelosen Gehabe der ungläubigen Zuschauer soll hier gar nicht gesprochen werden – das waren alles Hurer und Huren, die ihre Blöße nicht bedeckten und sich die Gesichter bunt anmalten wie die Wilden. Möge Allah sie alle vernichten und in seiner Hölle braten!

Es geht mir, liebe Brüder im Glauben, um den Fußball an sich, um den islamischen. Und ich muss sagen, mit Allahs Hilfe stehen wir sehr gut da! Unsere Bittgebete (Duaa) haben geholfen! Es sind 32 Mannschaften angetreten, zweiunddreißig! - und das einzige rein islamische Team, gebildet von unseren Glaubensbrüdern aus Algerien, erreichte einen ehrenvollen vierten Platz! Leider gelang ihnen kein Tor, aber sie erkämpften einen ganzen, vollständigen Punkt. Allah wird sie reich belohnen! Und wäre nicht der Teufel im Spiel gewesen, dann hätten sie gegen den großen Scheytan, gegen die Schufte aus den USA, bestimmt noch einen Punkt geholt, oder sogar zwei, drei oder vier!

Doch Allah wollte es anders, und er weiß es am besten!

Die zweite islamische Mannschaft, ich spreche jetzt von Frankreich, schnitt auch sehr ehrenvoll ab, und war nur unwesentlich schlechter als unsere Brüder aus Algerien, doch sie kämpften wacker gegen Südafrika, diese Schande des schwarzen Kontinents. Das schlechtere Abschneiden liegt daran, dass der Islam noch nicht im Herzen aller Spieler wohnt. Und dann wurde die Mannschaft von einem unwürdigen Ungläubigen trainiert. Das geht gar nicht.

Kein Ungläubiger darf einem Rechtgläubigen Anweisungen geben. Das hat unser Glaubensbruder Nicolas Anelka bei seiner offenen Aussprache in der Kabine deutlich gemacht! Unterstützt wurde er von seinem Bruder Franck Ribéry. Allah möge beide schützen und leiten, damit sie auch weiterhin immer die rechten Worte finden werden!

Vorbildlich auch Rafik Saifi (Algerien), der einer ungläubigen Reporterin sehr nachhaltig deutlich machte, dass sie nicht wie eine Hure umherlaufen und gläubigen Männern Fragen stellen darf.

Eine Enttäuschung waren die anderen schwarzafrikanischen Mannschaften. Aber warum? Die ungläubigen Hunde, diese Giaurs von Trainern, haben die besten Spieler, nämlich die Muslime, nicht oder so gut wie nicht eingesetzt. Da mussten sie ja verlieren!

Unsere Herzen sind bei allen muslimischen Spielern, aber auch bei unseren Freunden von der Demokratische Volksrepublik Korea. Leider haben die Spieler völlig versagt und gegen portugiesische Hunde sieben Tore eingesackt. Doch wir haben auch gehört, dass unsere koreanischen Freunde eine kommunistische Variante der Scharia pflegen! Auf die Versager warten nach Heimkehr schlimme Strafen, fast so schlimm wie Allahs Hölle!

Traurig auch das Land, auf das wir immer große Hoffnung gesetzt haben, weil es dem Islam so positiv gegenübersteht. Die Rede, meine lieben Freunde, ist von Deutschland. Doch was sehen wir im Fußball? Nichts als Heuchelei! Und Allah liebt nicht den Heuchler! Drei Millionen Muslime leben schon in Deutschland, aber keiner durfte spielen. Nein! Keiner! Widersprecht mir nicht!

Dieser halbe Türke, Mesut Özil, murmelt zwar angeblich Koran-Verse vor dem Anstoß, aber er fastet nicht und lebt in sündigem Konkubinat mit einer ungläubigen deutschen nackten Hure. Er ist einer von denen, die nur so tun, als würden sie glauben. Allah hat uns vor diesen Heuchlern gewarnt! Und dieser andere da, der Sami Kahdira, sagt von sich, er wäre zu 100 Prozent deutsch: Das aber bedeutet: Zu 97 Prozent ungläubig! Schande über Beide. Möge Allah sie hart bestrafen. Wehe ihnen! Gleich Morgen schreibe ich eine Todes-Fatwa für die!

Doch jetzt komme ich mit Allahs Hilfe zum Schluss meiner Ausführungen. Halten wir das Positive fest: Die islamischen Mannschaften haben hervorragend abgeschnitten, einige einzelne Spieler haben den Islam sehr gut vertreten (Bruder Anelka, Franck Ribéry, Rafik Saifi). Der kleine Scheytan, der hässliche Staatenwinzling Israel, war gar nicht vertreten, und der große Scheytan wird endlich besiegt werden, wenn nur im Achtelfinale unsere Brüder Ibrahim Ayew und Sulley Ali Muntari für Ghana endlich zum Einsatz kommen.


Und Allah Ta’ala allein weiß am besten!


entnommen aus WM 2010 - Wo steht der islamische Fußball? » Gegenstimme


Linke auf der Seite reaktionärer Massenmörder - 2 Gedenktage im Juni #68 #Iran #Schah #Kurras #Chomeini #RAF #Baader

 


Unruhen im Iran im Juni 1963 – Wikipedia



Zitat:
Mit den von der Nehzat-e Azadi (Freiheitsbewegung) um Mehdī Bāzargān und Ajatollah Mahmoud Taleghani, einem Mitglied des Parteienbündnisses der Nationalen Front, unterstützten Protesten sollte das Reformprogramm der Weißen Revolution von Schah Mohammad Reza Pahlavi, vor allem die Abschaffung des Großgrundbesitzes im Rahmen einer Landreform und die Einführung des Frauenwahlrechts verhindert werden.

Bei Diskussionen mit Linken habe ich die Reformen des Schah immer als Modernisierungspfad bezeichnet.


Mir war aber nie klar, wie weit dieser Moderniserungsfpad ging und was sich da für reaktionäres Gesockse ihm in den Weg stellte.



Zitat:
Die Gegner der Reformen, die Großgrundbesitzer und die schiitische Geistlichkeit, fanden schnell zu einander und begannen, den Widerstand gegen die Reformvorhaben zu organisieren. Dabei war die Geistlichkeit auf zweifache Weise betroffen: Sie finanzierten sich weitgehend aus den Einnahmen religiöser Stiftungen, die über riesigen Landbesitz verfügten, den sie an Landarbeiter verpachtet hatten. Eine „Enteignung zu Gunsten der Landarbeiter gegen finanzielle Entschädigung“, wie in der weißen Revolution vorgesehen, hätte die langfristige Sicherung ihrer finanziellen Einnahmen beendet. Die Stärkung der politischen Rechte der Iraner, insbesondere eine rechtliche Gleichstellung der Frauen, hätte eine weitere Eliminierung der Scharia-Rechtsprechung, wie sie in den iranischen Zivilgesetzen seit der Rechtsreform von Justizminister Ali-Akbar Davar aus dem Jahr 1928 noch verankert war, bedeutet. Dementsprechend brandmarkte Chomeini die Reformvorhaben von Beginn an als gegen den Islam gerichtet.

Die finanziellen Mittel für den Aufbau einer Widerstandsbewegung kamen aus den Reihen der Großgrundbesitzer und Kaufleuten des Basars, die durch die Industrialisierung des Landes ihre Importmonopole bedroht sahen

Das Geld ist der Nerv des Krieges. Der Schah legte also die Axt an der richtigen stelle an. Eigentlich hatte er ja starke Verbündete:



Zitat:
Am 9. Januar 1963 eröffnete der Schah den Nationalkongress der Bauern von Iran und erläuterte vor 4.200 Delegierten die sechs Grundprinzipien der Weißen Revolution:

1. Abschaffung des Feudalsystems und Verteilung des Ackerlandes von Großgrundbesitzern an Bauern
2. Verstaatlichung aller Wälder und Weideflächen
3. Privatisierung staatlicher Industrieunternehmen zur Finanzierung der Entschädigungszahlungen an die Großgrundbesitzer
4. Gewinnbeteiligung für Arbeiter und Angestellte von Unternehmen
5. Allgemeines aktives und passives Wahlrecht für Frauen
6. Bekämpfung des Analphabetentums durch den Aufbau eines Hilfslehrerkorps (Armee des Wissens)

Und eine (gewonnene) Volksabstimmung ist immer was tolles.



Zitat:
Aus diesem Grund sollte die Bevölkerung mit der Zustimmung oder Ablehnung des politischen Programms der Weißen Revolution befragt werden. Der rechtliche Rahmen der Weißen Revolution sollte dann später durch Gesetze, die das Parlament zu verabschieden hatte, umgesetzt werden. Auf diese Weise kam es durch die Volksabstimmung zu keiner Entmachtung des Parlaments sondern zu einem verfassungskonformen Reformverfahren.[1]
↑ 1.3 Die Volksabstimmung vom 26. Januar 1963
Demonstration für das Frauenwahlrecht, Teheran, 1963

Das wußten aber auch die Feinde der Reformen. Besonders einer:



Zitat:
Am 22. Januar 1963, vier Tage vor der Abstimmung, erklärte Chomeini die Volksabstimmung für illegal und eine Gotteslästerung. Er forderte alle Muslime auf, nicht an der Abstimmung teilzunehmen. Chomeini hatte erkannt, dass der Schah mit dem Mittel der Volksabstimmung das in der Verfassung verankerte Veto von Gesetzen durch ein fünfköpfiges Gremium der Geistlichkeit überstimmen konnte. Volksabstimmungen waren zwar nicht rechtlich bindend, erzeugten aber eine so hohen politischen Druck, dass sich der Mehrheitsmeinung des iranischen Volkes niemand hätte widersetzen können. Folgerichtig organisierten die Anhänger Chomeinis Demonstrationen gegen die Volksabstimmung.

Scheint aber zunächst gut geklappt zu haben:



Zitat:
Die Abstimmung am 26. Januar 1963 verlief weitgehend friedlich. Gegen 11 Uhr wurde im Radio bekanntgegeben, dass die Stimmen der Frauen zwar ausgezählt würden, ihre Stimmen allerdings nicht dem Abstimmungsergebnis hinzugerechnet würden. Bei der Auszählung hatten in Teheran 16.433 und in den Provinzen nahezu 300.000 Frauen ihre Stimme für die Reformen abgegeben. Bei den Männern lautete das Ergebnis 521.000 in Teheran und 5.598.711 Stimmen in den Provinzen für die Reformen.[5] Entgegen allen Befürchtungen konnten die Frauen ihre Stimme ohne Probleme abgeben. Viele gingen zusammen mit ihren Männern zum Stimmlokal. Das Ergebnis der Abstimmung zeigte, dass die Männer ihre Frauen unterstützten und ihrem Recht, an Wahlen teilnehmen zu können, zustimmten.

Als erstes Ergebnis der Volksabstimmung erklärte der Schah am 27. Februar 1963 das aktive und passive Wahlrecht für Frauen für eingeführt. Das Wahlgesetz wurden vom Parlament entsprechend geändert.

Jetzt saß aber Chomeini im Knast. Aber leider nicht mehr lange:



Zitat:
Die Familie von Chomeini kontaktierte einen alten Bekannten, Mozaffar Baqai, den Führer der Arbeiterpartei und ehemaligen Minister Mossadeghs. Baqai entwickelte eine Strategie, wie man die Regierung Alam unter Druck setzen und Chomeini frei bekommen könnte. Man müsse aus dem Hodschatoleslam Chomeini nur einen Ajatollah und am besten den obersten Ajatollah, einen Marja, machen, dann wäre er für die Regierung unangreifbar. Baqai war der Überzeugung, dass es die Regierung Alam niemals wagen würde, gegen den höchsten Geistlichen des Landes gerichtlich vorzugehen.

Die Familie Chomeinis scheint mit diesem Vorschlag einverstanden gewesen zu sein, denn Baqai schrieb am 15. Tir 1342 (6. Juli 1963) einen offenen Brief an alle Ajatollahs:

Auf diese Weise - durch die Intrige des Vorsitzenden eine säkularen Partei - ist der reaktionärste Ayathollah von allen zum Oberguru geworden.


Vermutlich - das kann ja als Trost dienen - wurde das Baqai nicht gedankt und er mußte nach ´79 wie alle anderen auch über die Klinge springen.



Zitat:
Nachdem eine Fatwa zu Gunsten Chomeinis ergangen war, dass er von nun an Ajatollah und Marja Taqlid sei, ging Baqai einen Schritt weiter. Er bezog sich in einer Veröffentlichung auf § 17 des Pressegesetzes des Irans vom 2. August 1954. Paragraf 17 bezieht sich auf den Tatbestand der Beleidigung des Marja Taqlid

Den Rest kennen wir. Nach einer Irrfahrt, die ihn bis Paris führte, wurde er durch den Verrat von Jimmy Carter ins Flugzeug gesetzt und hat in Theheran mit seinem Terrorregime angefangen.



Dazwischen liegt aber der 2. Juni 1968, dem auch zu gedenken ist.

Wer sich an diesen Tag nicht mehr so gut erinnern kann (das werden die meisten sein), den empfehle ich Bernd Eichingers Film Der Baader-Meinhof Komplex. Es ist ein Propagandafilm mit hohem Unterhaltungs- und Informationswert.


Schon damals war allen Beobachtern klar, daß die 68er an dem Tag an dem Stasi-Agent und SED Mitglied Kurras Benno Ohnesorg erschossen hat, auf der falschen - der moralisch völlig minderwertigen - Seite reaktionärer Mullahs demonstriert haben. Im Ergebnis haben die sog. 68er - insbesondere was den Iran betrifft - für einige der übelsten Reaktionäre und Menschenrechtsverletzter demonstriert, die die Welt zu bieten hat.


Und der Schuß traf nicht nur Benno Ohnesorg, sondern auch die Bundesrepublik Deutschland. Er führte unmittelbar zur Gründung der RAF (Bewegung 2. Juni!) und brachte die STASI voran in ihrem - am Ende doch deutlich gescheiterten - Bemühen die Bundesrepublik auftragsgemäß zu destabilisieren.



Natürlich - um diesem immer wieder kommenden Einwurf vorwegzunehmen - gibt es keinen Beleg dafür, daß der Mord an Benno Ohnesorg von der Stasi angeordnet war (wie denn auch - sie kannten den ja gar nicht). Andererseits dürfte ein irgendwie gearteter Wunsch, dass Kurras (oder irgendein Anderer) mal in die Menge ballert ein ganz normaler Wunsch von jedem ordentlichen Geheimagenten, der sich mit taktischen oder strategischen Planspielchen für die Deligitimierung eines Staatswesens beschäftigt, sein. Und Kurras wußte, daß bei seinem "alternativen Dienstherren" Liquidationen, Staatsmorde normale Praxis waren.

In den Akten heiße es, Kurras sei bereit, " jeden Auftrag für das MfS (Ministerium für Staatssicherheit, d.Red.) durchzuführen". Er falle auf durch "Mut und Kühnheit, um schwierige Aufgaben zu lösen".

Im übrigen hatte die Stasi nun wirklich genug Zeit (etwas über 20 Jahre), um einen eventuell kompromittierenden Befehl aus der Akte Kurras "rauszufrisieren". Und niemand außer der Stasi (und damit der DDR-Führung) hat von den geistigen Schüssen aus Ostberlin auf Benno Ohnesorg profitiert.



Es ist immer wieder bemerkenswert wie vorgeblich Linke sich immer wieder für die iranischen Mullahs einsetzen aber den Schah wegen seines Geheimdienstes verteufeln. Und es ist bemerkenswert in welchem Licht die 68er stehen, wo sie doch nicht nur unter den Transparenten von Massenmördern (Mao, Pol Pott) demonstrierten sondern sich auch für üble Reaktionäre ins Zeug legten und deren Thesen am glaubwürdigsten, direktesten und unmißverständlichsten nicht von Rudi Dutschke sondern von Andreas Baader vertreten wurden.

Unsere Meinungsmacher leben in einer geistigen Blase - Untersuchung zur politischen Einstellung von Journalisten

An der FU Berlin wurde eine Online-Befragung im Auftrag des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes (DFJV) durchgeführt um die Merkmale und Einstellungen journalistischer Akteure zu ermitteln. Unter der Leitung von Prof. Dr. Margreth Lünenborg wurden Politikjournalisten befragt, unter anderem zum Thema “Parteineigung und politische Einstellung”.


DFJV - Deutscher Fachjournalisten-Verband:
Aktuelle Studie der FU Berlin untersucht Selbstverständnis und Merkmale von Politikjournalisten


Die komplette Studie kann ab sofort hier abgerufen werden.

Das sollte man auch tun!
Diese Leute verdienen im übrigen richtig gut.

Die richtig interessanten Dinge stehen auf Seite 13
Parteineigung und politische Einstellung

Zitat:
Auf die Frage, welcher Partei sie am nächsten stehen, antwortet über ein Drittel der befragten Journalisten, dass sie keiner Partei zuneigen.
Als zweithäufigste Nennung wurden von gut einem Viertel der Politikjournalisten Bündnis 90/Die Grünen genannt, gefolgt von der SPD, CDU/CSU, der FDP und Die Linke.


Zitat:
Auffällig ist die geringe Neigung hin zu den Sozialdemokraten, die in der JouriD II Studie von gut einem Viertel der befragten Journalisten Zuspruch bekommen (vgl. JouriD II: 71) hatten.
Erstmals erfasst ist die Neigung zur Partei Die Linke, die einen höheren Zuspruch unter Journalisten erfährt als ihre Vorgängerpartei PDS. Die Frage nach ihrer politischen Einstellung wurde in direkter Verbindung mit der Einschätzung der politischen Einstellung des eigenen Mediums abgefragt. Hier decken sich die Befunde weitgehend mit bisherigen Erkenntnissen:

Politikjournalisten schätzen sich auf einer rechts-links Skala etwas links von der Mitte ein und das Medium, bei dem sie tätig sind, etwas mehr rechts als ihre eigene Position.

Bemerkenswert ist auch, dass diese Kollegen aus den Redaktionsstuben von „Süddeutscher“, „Stern“ und Co. sich selbst für den deutschen Durchschnitt halten. Auf einer Skala von 1 (ganz links) über 4 (Mitte) bis 7 (ganz rechts) ordnet sich der Durchschnitt bei 3,3 ein, also leicht links. Die politische Einstellung des eigenen Mediums wird zudem mit 3,97 angeben. Also sieht der deutsche Durchschnittsjournalist sein Magazin als Durchschnitt an. Niemand kommt auf die Idee sich oder sein Blatt, sein Magazin, seine Rundfunkanstalt, seine Agentur selbst weit links zu vermuten.


Und das, obwohl die gleichen Leute Claudia Roth zur Kanzlerin wählen würden....

Interessant ist auch der Punkt 3.2 Bildung und Abschluß.



Danach verfügen nur 5, 2% der Journalisten über eine abgeschlossene Berufsausbildung. Über 70% (73,9%) haben ein Hochschulstudium abgeschlossen , daß dann weit überwiegend (80%) im Bereich Geistes- und Sozialwissenschaften liegt.



Zusammengefaßt: Die weitaus meisten Journalisten haben in ihrem Leben nichts anderes gemacht und gelernt als anderen Leuten zu sagen was sie zu denken haben.



Das erklärt natürlich einiges - insbesondere die politische Einstellung.



Aber es geht ja noch weiter:


Interessant ist auch, wo sich die Journalisten vorrangig informieren: genau, bei den lieben Kollegen. 71 Prozent nutzen andere Medien als Informationsquelle, mit großem Abstand rangiert hier Spiegel online vorne. Informanten (43 Prozent) oder Hinweise von Lesern (14 Prozent), zwei typische alternative Quellen zu Spiegel online stehen abgeschlagen auf hinteren Plätzen. So drehen sich die linken Medien immer im Kreis um sich selbst. In solch einem Umfeld entstehen natürlich viel leichter Hetzkampagnen gegen missliebige Personen wie Eva Herman oder die immergleichen Berichte über die angeblich notwendige Vereinbarkeit von Familie und Beruf.



Während normale Bürger zusehen, dass ihre Kinder Arzt oder Betriebswirt oder Jurist oder Chemiker werden, arbeiten die Typen, die morgens gerne ausschlafen und schon in der Schule immer zu spät gekommen sind, bei Zeitungen, weil die Arbeitszeiten dort ihrem Lebensstil entsprechen. außerdem können sie da so schon Leute belehren und denen Wasser predigen, während sie selber (siehe Gehälter!) Wein saufen.

Aktuelle Bilder aus der Krisenzone

Aus Daylife:

Supermarkt in Gaza – israelische Waren stehen zum Verkauf

Weitere israelische Waren zum Verkauf

Im Spiegel des Supermarkts

Strand in Gaza – ein Mann verkauft Süßes

Gaza-Strand an diesem Wochenende

Drachen am Strand steigen lassen – einen mit einem interessanten Muster

Essensverkauf am Strand von Gaza

Vielleicht ist das der Grund, dass es diesen Sommer so viele Flotten gibt – die Strände Gazas sehen wie hübsche, nette Orte aus, an die man gerne fährt.

 

 
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