Die massive Unterstütung von Hisbollah und Hamas, Einmischung in die inneren Angelegenheiten von Marokko aufgrund denen im März 2009 die diplomatischen Beziehungen mit Teheran abgebrochen wurden, die Bemühungen zur Destabilisierung Ägyptens wegen denen im April 49 Hisbollah-Agenten verhaftet wurden und die Ansprüche auf Bahrain würden auch dann eine ganz deutliche und unmißverständliche Sprache sprechen, wenn es nicht dauernd diese Hetze - ja hier paßt das Wort Hetze - gegen Israel gäbe.
Und es ist ja nicht so, daß nur mit Worten gehetzt wird.
Dieses Transparent ist aufgenommen worden an einem Gebäude, in welchem sich das Zentrum für die Bassidschi Widerstandsgarde (die die gerade die Aufständischen niederzumachen versuchen) befindet:

Und hier noch mal an einem Bus auf einer Militärparade im November 2006:
hier eine Fahne auf derselben Parade wo sie wohl Hisbollah Leute eingeflogen haben:

der Farsi-Text ist da etwas kürzer: Tod Israel
Analog ist das auch auf dem folgenden Bild mit ein paar Mullahs im Hintergrund

Das Mullah Regime ist nicht friedliebend sondern kriegstreiberisch und wenn ich darauf aufmerksam mache, mag das Hetze sein.
Hetze für den Frieden in dieser Welt.
Zur Entspannung mal was lustiges:

Die europäische (eurozentistische) Sichtweise fragt danach ob der Iran eine Atombombe und Trägerwaffen hat und ob er sie anwenden will.
Die Frage kann man so stellen und am Ende ist auch eine Antwort eventuell wichtig. Ich aber frage zunächst mal ob es Quellen gibt, die mit hinreichender Genauigkeit die iranische Sicht wiedergeben.
Dazu kurz ein Rückgriff auf die Hitlerdiktatur
Abzweig:
Das Beispiel wird vor allem gewählt weil es relativ einfach zu verstehen ist und (zunächst) nicht weil es sich als Analogie anbietet. Allerdings bietet sich dann am Ende doch ein Analogieschluß an.
In der Nazizeit galt formal mit einigen geringfügigen (aber wesentlichen) Änderungen die Verfassung der Weimarer Republik. Es ließ sich allerdings schon damals leicht erkennen, daß die Richtlinienkompetenz in der Person Adolf Hitler konzentriert war. In der Nachbetrachtung (nach dem Krieg) wurde erkannt, daß die tatsächlichen Staatsziele der Nazidiktatur in "Mein Kampf" im wesentlichen gut zusammengefaßt waren. Das haben die Zeitgenossen überwiegend nicht erkannt oder nicht wahrhaben wollen. Warum nicht? Weil in "Mein Kampf" in erheblichem Umfang völlig absurde Thesen in einem erbämlichen Stil und teilweise in künstlichen oder nicht leicht erkennbaren Zusammenhängen dargestellt wurden.
So weit dazu
Zurück zum Iran. Wer hat die Macht und was sind die Staatsziele.
Der Staatsaufbau stellt sich wie folgt dar:
![]()
O.K. das ist für Kulturrelativisten nun mal nicht so ganz einfach. Oben rechts (wie sollte es anders sein) steht "Oberster Rechtsgelehrter". Praktischerweise heißt seine ihm zugehörige Webseite leader.ir. Leader = Führer Jetzt wissen wir also schon mal wo die Richtlinienkompetenz ist. Das war früher der Ruhollah Chomeini und jetzt ist es der Seyyed Ali Chamenei dieser hier: ![]()
Dieser gemütlich aussehende Herr hat also die Macht und der uns allen bekannte A. hat nur die Webadresse president.ir - er ist also für die Arbeit zuständig.
Soweit zu den Machtverhältnissen. Kommen wir zu den Staatszielen. Wie bekannt, glauben die Schiiten an den 12. in einem Brunnen versteckten Iman und sind ganz geil dadrauf, daß er endlich wiederkommt. Dazu sind allerdings einige Vorraussetzungen zu erfüllen und die Realisierung dieser Dinge liegt beim Präsidenten (president.ir). Und Präsident wird nun mal der, der am besten geeignet erscheint diese Sachen zu machen.
Welche Vorraussetzungen sind das?
Der folgende Text stammt aus: Heinz Halm, Der schiitische Islam, und ist dankenswerterweise auch im Netz verfügbar:
Die Wiederkehr des Mahdi - eine zentrale Vorstellung innerhalb der im Iran tonangebenden schiitischen Denomination des Islam.
| slam, und ist dankenswerterweise auch im Netz verfügbar: “Schreckliche Vorzeichen kündigen das Erscheinen des Mahdi an: ‘Mitten im Monat Ramadân wird sich die Sonne verfinstern und entgegen der sonstigen Gewohnheit verfinstert sich der Mond am Ende desselben Monats. In Ost und West wird das Land [vom Meer] verschlungen. Die Sonne wird stillstehen vom Zeitpunkt ihres Untergangs bis zur Mitte der Zeit des Nachmittagsgebets; dann wird sie im Westen wieder aufgehen. Schwarze Fahnen rücken von Ostiran heran, der Jemenit wird rebellieren, der Maghrebiner wird in Ägypten erscheinen und Syrien besetzen, der Türke wird das Zweistromland okkupierieren, die Byzantiner werden die Stadt Ramla [in Palästina] einnehmen. Ein Stern erscheint im Osten, der so hell scheint wie der Mond; der Mond aber wird sich so krümmen, daß seine beiden Hörner sich fast berühren. Eine Farbe überzieht den Himmel nach allen Horizonten, und ein Feuer wird sich im Osten zeigen und drei oder gar sieben Tage in der Luft schweben… Der Euphrat schwillt an, so daß seine Wasser die Straßen von Kufa überfluten. Sechzig Lügner treten auf und geben sich als Propheten aus, und zwölfe aus der Familie des Abû Tâlib werden behaupten, Imame zu sein… Ein schwarzer Wind erhebt sich am Morgen, unddie Erde erbebt; Furcht erfüllt die Iraker und die Einwohner von Bagdad. Rascher Tod tritt hier und da ein; Eigentum, Leben und Ernte werden vernichtet, Heuschreckenschwärme erscheinen zu gewohnter wie zu ungewohnter Zeit, um über Ackerland und Ernte herzufallen, und von dem, was gesät wurde, wird kaum etwas geerntet. Fremde werden sich streiten, und viel Blut wird in ihrem Streit vergossen; Sklaven erheben sich gegen ihre Herren, Häretiker werden in Affen und Schweine verwandelt. … Ein Schrei ertönt vom Himmel, den ein jedes Volk in seiner eigenen Sprache vernehmen wird. Im Zentrum der Sonne werden – jedermann sichtbar – ein Kopf und eine Brust erscheinen. Dann werden die Toten aus ihren Gräbern auferstehen und auf die Erde zurückkehren; sie werden sich erkennen und einander besuchen. Dies alles wird enden in vierundzwanzig Wolkenbrüchen; durch die wird das Land, das tot war, belebt und gesegnet. Daraufhin werden alle Krankheiten und Leiden hinweggenommen von den Parteigängern (schî’a) des Mahdi – Friede auf ihm! -, die die Wahrheit glauben, und zu diesem Zeitpunkt werden sie wissen, daß er in Mekka erschienen ist, und sie werden hineilen, ihm beizustehen.‘ Das Jahr der Wiederkunft des Mahdi ist unbekannt, nur der Tag steht fest: der 10. Muharram, der Tag von al-Husains Martyrium bei Kerbelâ. Gegenüber der Ka’ba wird er auftreten.” |
Blöder Text. Aber folgendes ist zu beachten: Die Menschen im Iran glauben daran und können "In Ost und West wird das Land vom Meer verschlungen." mit dem Tsunami im pazifischen Ozean, "Schwarze Fahnen rücken von Ostiran heran." hiermit
, "Der Jemenit wird rebellieren." (Osama ist im Jemen gebürtig), "Der Türke wird das Zweistromland okkupieren." könnte ein Hinweis auf die türkischen truppen im Kampf gegen Kurden sein, "Ein schwarzer Wind erhebt sich am Morgen. " Saddams abfackeln der kuwaitischen Ölfelder hat tatsächlich de iranischen Himmel verdunkelt, "Furcht erfüllt die Iraker und die Einwohner von Bagdad." braucht nicht weiter erklärt zu werden und last but not least:
"Die Sonne wird im Westen wieder aufgehen." hiermit
(Isreal liegt grob westlich des Iran) verbinden.
Und so weiter. Wer an so etwas glaubt, der muss doch überzeugt sein, dass der Mahdi vor der Tür steht. Ich behaupte nicht, dass die gesamte iranische Führung im Banne apokalyptischer Prophezeiungen steht. Etliche unterstützen das Atomprogramm vermutlich aus Gründen konventioneller Machtpolitik, ungefähr so, wie die konservativen deutschen Diplomaten und Generäle der Hitlerzeit.
Ist doch völlig verrückt, absurd, blödsinnig und unzusammenhängend.
Eben
Genau wie "Mein Kampf"
Diese - auch vom Ayatholla Chomenie immer wieder angeführte - Bereitschaft, das eigene Land zu opfern, um einen angeblichen Weltfeind – und “rein zufällig” sind es wieder die Juden – zu vernichten, erinnert natürlich an die Hitlerzeit und "Mein Kampf".
Es ist daran zu erinnern, daß im Islam Selbstopfer für Allah als das Edelste gilt, was Menschen überhaupt tun können. In Deutschland gibt es den Gedanken eigentlich nicht und trotzdem wurde es realisiert.
Eine ähnliche Argumentation, sowie Verweise auf weitere Elemente der Prophezeiung findet sich übrigens in einem äußerst lesenswerten offenen Brief des ehemaligen iranischen CIA-Agenten “Reza Kahlili” an Barack Obama.
Das ist zunächst mal "nur" die Sichtweise der iranischen Theokratie, die diese in Reden von Khomenie, vor dern UN und auf ihren Webseiten niederlegt.
Dies sollte man erst einmal diskutieren. Alles andere ist Eurozentrismus.
Es ist also nicht nur so, daß die iranische Führung (aus unserer Sicht) volkommen unvernünftig handeln kann, sondern es ist sogar so, daß diese Politik im vollkommenen Einklang mit den Lehren Ayatholla Khomeinies, der iranischen Staatsverfassung und den Lehren des schiitischen Islams wäre - also mit allen bekannten Staatszielen des Iran.
Ich darf an dieser Stelle ausdrücklich vor einer eurozentristischen Sicht auf den Iran warnen. Wir sollten uns nicht von europäischen Politikvorstellungen, die im übrigen ja auch nicht von einem Übermaß an Vernunft geprägt sind, leiten lassen. Das kann ein böser Fehler sein.
Das Argument der Vernunft von Politikern ist generell schwach, das Argument der Vernunft von Antisemiten ist völlig blödsinnig und das Argument von der Vernunft und Todesangst antisemitischer, atombombenbesitzender Politiker entbehrt jeglicher Grundlage und ist auch ohne Atombomben vor nicht allzu langer Zeit in Deutschland volkommen widerlegt worden.
Wenn in Israel oder im Nahen Osten jemand zur Welt kommt, dann saugt er die Geschichte des arabisch-israelischen Konflikts mit der Muttermilch auf. Israel wurde acht Jahre vor meiner Geburt gegründet. Stets musste ich mir die Worte anhören: “Du wurdest wenige Tage vor dem Suezkrieg geboren.” Niemand erklärte mir jedoch, was es mit diesem Suezkrieg auf sich hatte!
Im Lauf der Jahre beginnt man dann, ob man will oder nicht, zu begreifen, dass sich die Auseinandersetzungen immer um Israel drehen werden. Ein Kind, das ein bisschen aufgeweckt ist, wird erkennen, dass das vor ihm ablaufende Gespräch über den arabisch-israelischen Konflikt eigentlich einen inneren Konflikt zum Ausdruck bringt. Denn viel mehr als um einen Konflikt zwischen Nationen handelt es sich um einen Kampf um die richtige Weltanschauung: Die erste ist “links gerichtet” und bevorzugt derzeit die Anerkennung des Staates Israel in den Grenzen, wie sie 1947 von den Vereinten Nationen in dem bekannten Teilungsbeschluss vorgeschlagen wurden. Dieser Beschluss empfahl die Gründung zweler Staaten auf palästinensischem Boden: einen hebräischen und einen arabischen Staat. Die zweite ist die offiziell nationalistische, die durch Medienmacht und politischen Dogmatismus einen Großteil der Bevölkerung beeinflusst: Israel sei ein ins Herz der arabischen Nationen eingepflanztes Krebsgeschwür, das man ausmerzen müsse – so die Propaganda der chauvinistischen Araber.
Nach dem Sechstagekrieg im Juni 1967, dem Debakel vom 5, Juni, oder – wie die Araber es mit dem nationalistischen Vokabular formulieren – der “vorläufigen Niederlage des Juni”, verschärften sich die Auseinandersetzungen und wurden immer aussichtsloser. Selbst für einen kleinen Jungen wie mich war Israel zu jeder Gelegenheit als der “Kleinstaat” Israel gegenwärtig, der offiziell “der von Amerika erschaffene Kleinstaat” hieß, um “die arabische Nation in Teilnahmslosigkeit’ verharren zu lassen”. Das Thema Palästina, das “von den Juden in Beschlag genommen” worden war, hemmte unsere eigene Entwicklung.
Es gab eine Frage, die mich schon früh beschäftigte und auf die ich damals keine Antwort fand: Wie konnte es diesem scheinbar unbesiegbaren Land gelingen, “die arabische Nation in Lethargie versinken zu lassen”, was die offiziellen Reden glauben machten? Wie konnte Israel die Araber mehr als einmal besiegen? Warum riefen die arabischen Herrscher stets dazu auf, “jeden Quadratzentimeter von Palästina zu befreien”? Warum glaubten diese Militärs, dass das Ende “des Kleinstaats der zionistischen Banden” unweigerlich bevorstünde und Israel “über kurz oder lang von der Landkarte verschwinden würde”? Und warum glaubten die Menschen den auf Versammlungen ständig wiederholten Worten dieser Militärs? Warum rief keiner: “Wir haben genug von euren Heucheleien, mit denen ihr uns seit Jahrzehnten in den Ohren liegt! Ist es nicht endlich an der Zeit, dass ihr aus eurer Teilnahmslosigkeit erwacht?”
(…)
Die Heimaterde ist verloren, weil “zionistische Banden” sie an sich gerissen haben – so die offizielle Lesart in Schulbüchern wie auch in Presse und Rundfunk. Kein Leben ohne Palästina, kein Frieden, ohne jeden Quadratzentimeter zurückerobert zu haben, kein Frieden, ohne den Felsendom vom “zionistischen Abschaum” befreit zu haben – ganz gleich, wie viele Tote wir beklagen müssen, auch wenn ihre Zahl die der Vertriebenen übersteigt, die die israelische Armee aus ihren Dörfern gejagt hat. Wichtig ist für die Araber nur, den Traum zu verwirklichen. Die Menschen sterben freiwillig, sie sind zutiefst überzeugt, dass “Jerusalem und der Felsendom uns gehören”. Genauso haben sie verinnerlicht, dass “durch unsere Hände der Glanz jerusalems zurückkehren” und “der Jordan von den Fußspuren der Wilden rein gewaschen werden” wird. Diese Worte stammen von den Brüdern Rahbani, die libanesische CHRISTEN sind, und wurden von der berühmten Sängerin Fairuz gesungen, die ebenfalls libanesische CHRISTIN und mit einem der Brüder verheiratet ist. Gegenüber den nationalistischen Parolen war selbst das im christlichen Glauben verankerte Prinzip von Vergebung machtlos.
Solche demagogischen Ausdrücke und pseudorevolutionären Reden, die die “Massen” anfeuern sollen, sich mit Waffengewalt für Palästina einzusetzen, sind uns von Kindheit an bekannt. Selbst wenn die Schüler einen Aufsatz über ihre Sommerferien schreiben sollten, mussten sie Palästina erwähnen. “Als ich mit meinem Großvater in einem Cafe saß”, erzählten sie beispielsweise, “trat auf einmal eine Bettlerin mit ihrer Tochter ein. Ich fragte meinen Großvater: ‘Warum bettelt diese Frau?’ Und er antwortete: ‘Weil sie ein Flüchtling aus Palästina ist. Die zionistischen Feinde haben sie von ihrem Land vertrieben.’” Und dann fuhr der Schüler in der obligaten Art und Weise fort: “Aber was Palästina betrifft, so …” Alles geschah für Palästina. Der Machthaber, der während seiner Gewaltherrschaft Menschen ins Gefängnis warf und nach Lust und Laune tötete, tat dies im Namen der Befreiung Palästinas. Der Offizier, der die Soldaten seiner Einheit unterdrückte, tat dies im Namen Palästinas. Der Diktator, der zahlreiche Kriege vom Zaune brach, tat dies im Namen Palästinas. “Der Weg nach Jerusalem führt über Abadan” – dies war der Wahlspruch, den sich Saddam Hussein im iranisch-irakischen Krieg zu eigen machte. Erst später, als er Kuwait überfiel, ersetzte er die iranische Grenzstadt Abadan durch Kuwait. “Ich habe oft gesagt, dass Jerusalem zuerst befreit wird und dann der Golan”, so der frühere syrische Ministerpräsident Hafiz al-Assad in einer seiner “revolutionären” Reden. (Genauso wenig wie Saddam erklärte er uns, wie er Jerusalem befreien will, ohne den Golan zu überqueren. Aber das ist ein anderes Thema… Die arabischen Generale bräuchten allesamt Geografieunterricht!) Alles im Namen Palästinas. Dies ging so weit, dass die Baath-Regierung in Syrien eines ihrer brutalen Geheimdienstgefängnisse “Palästina-Gefängnis” nannte. Solche pseudorevolutionären Reden schmücken die meisten Feullietons unserer Tageszeitungen und Zeitschriften. Der Intellektuelle, der gegen die Selbstmordattentate Stellung bezieht und zum Frieden aufruft, wird der Kapitulation bezichtigt. Wenn er Israel besucht, wird er der Spionage verdächtigt. Wer wagte also überhaupt noch, einen Gedanken darauf zu verschwenden, in das “Feindesland” Israel zu reisen?
(…)
Bis 2003 stand in den irakischen Reisepässen und auf den Ausreisevisa: “Alle Länder der Welt außer Israel”. Es genügt sich vorzustellen, dass die Ein- und Ausreise nach Iran, einem Land, gegen das der Irak einen acht Jahre dauernden Krieg führte, dem nahezu eine Million Menschen zum Opfer fielen, keine solche Gefahr darstellte wie der Besuch Israels. Die Angst, das “Feindesland” Israel zu bereisen, schleppt man ein Leben lang mit sich herum. Bis auf den heutigen Tag, sechzig Jahre nach der Gründung des Staates Israel, ist die Reise in dieses Land immer noch ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. (…) Und Israel darf nicht besucht werden. Denn das ist ein Verbrechen, das irgendein Artikel des “Grundgesetzes” bestraft. Es empfiehlt “die Bestrafung all jener, die der Verführung erlegen sind, sich mit dem Feind einzulassen”. Die Anklage lautet: Hochverrat. Und die Strafe ist nicht minder deutlich: Hinrichtung. Der Besucher wird zum ersten Mal bemerken, dass sein Land ein “Grundgesetz” besitzt, aber diese Entdeckung kommt zu spät. Sollte er sich der Festnahme und dem Verhör auf Verdacht des Hochverrats entzogen haben, so wird man womöglich seine Familie verhaften und sie Verfolgung und Vertreibung aussetzen, ja die “verräterische” Familie in den Ruin treiben.
Warum aber fürchten sich die arabischen Länder, sogar jene, die Friedensverträge mit Tel Aviv abgeschlossen haben, vor der Israelreise eines ihrer Staatsbürger? Haben sie Angst, dass der Landsmann sich mit eigenen Augen ein völlig anderes Bild machen könnte als das ihrer offiziellen Geschichtsschreibung? Dass er die einfache Wahrheit durchschaut, die besagt: Der Stillstand, der Verfall und die Verwüstung der arabischen Gesellschaften hängen nur in einer Hinsicht mit dem arabisch-israelischen Konflikt zusammen: Der Frieden mit Israel wäre das Ende des Opiumrausches, mit dem die arabischen Herrscher, diese Könige und Militärs, ihre Völker betäuben.
Die Wirtschaftskrisen, die Verschlechterung des Bildungsniveaus, die Ausbreitung des Islamismus haben mit dem Fehlen von Demokratie und den korrupten Herrscherfamillen, ihrer Prunksucht und ihrer Geringschätzung für ihre Völker zu tun – und nicht mit dem arabisch-israelischen Konflikt. Die natürlichen Rohstoffquellen und die menschliche Arbeitskraft würden in den arabischen Ländern ausreichen, einen wirtschaftlichen Aufschwung in Gang zu setzen. Was aber sehen wir heute? Die Auflösung der Mittelschicht, weil die Politik die persönlichen Freiheiten beschneidet. Bestechung und Günstlingswirtschaft greifen um sich; die Tüchtigen und Gebildeten wandern aus. Es gibt mehr arabische Ärzte, Ingenieure und Professoren in jeder westeuropäischen Metropole als in den arabischen Hauptstädten.
Was hat Israel damit zu tun? Und warum fürchten sich die arabischen Staaten davor, dass einer ihrer Landsleute nach Israel reist, wenn sie von ihrer eigenen Staatsführung überzeugt sind? Haben sie Angst, der Reisende könnte den sogenannten “Arabern von 48″ begegnen, den Palästinensern, die die israelische Armee 1948 nicht aus ihren Dörfern und Städten zu VERTREIBEN VERMOCHTE ? Würde der Reisende diese Palästinenser sehen, die dieselben Rechte genießen wie die anderen israelischen Staatsbürger, frei ihre Meinung äußern und ihre Bräuche und Traditionen pflegen, ohne Furcht, im Gefängnis zu landen? Würde er Palästinenser treffen, die ihre Volksvertreter in Stadtverwaltung und Parlament wählen und ihre eigenen politischen Parteien gründen? Haben die arabischen Regierungen Angst, er könne die Lage dieser Leute mit der seinen vergleichen oder mit der Lage der Palästinenser, die in seinem Land leben? Könnte er das ihnen zugefügte Unrecht aufdecken, den Verrat, dem sie ein Leben lang im Namen “des besetzten Palästinas” ausgesetzt sind? Israel hat die Demokratie seiner Bürger unter dem Druck des Krieges gegen “den Feind” schließlich auch nicht aufgehoben – anders als die arabischen Länder, die auf ihre Bürger pfeifen!
Seit Rudolf Augsteins Zeiten und spätestens mit dem Abgang von Franz-Josef Strauß bekämpft das Hamburger Nachrichtenblatt regelmäßig den einen großen Feind in der Institution der katholischen
Man hätte diese These leicht überprüfen können, indem man eine ansonsten weitgehend ähnliche Gruppe zum Vergleich heranzieht. Wenn der „Spiegel“ ansatzweise recht hätte, müssten nämlich nicht-zölibatär lebende protestantische Priester signifikant weniger häufig als Kinderschänder überführt werden. Alleine, nichts darüber ist im „Spiegel“ zu finden.
Wohl aber auf der katholischen Nachrichtenseite kath.net, dort weist der Theologe Johannes Maria Schwarz auf eine nationale Studie hin, die im amerikanischen „
Auch Erzbischof Silvano Tomasi, ständiger Beobachter des Vatikans bei den Vereinten Nationen in
Auch nach Ansicht des deutschen Kriminalpsychiaters Hans-Ludwig Kröber zeigen die vom „Spiegel“ veröffentlichten Zahlen, „dass sexueller Missbrauch bei Mitarbeitern der katholischen
Die amerikanische Zeitung „
Wohlgemerkt, jeder einzelne Missbrauch, ob vom Pfarrer oder Sportlehrer, ist einer zuviel. Doch die offenbar völlig an den Haaren herbeigezogene Zölibatsthese des „Spiegel“ kommt nicht von ungefähr. Dass da Männer freiwillig auf Sex verzichten um des Himmelreichs willen, ist für einen „Spiegel“-Journalisten unserer Tage schlichtweg eine Provokation. Und er ist damit nicht alleine. Bereitwillig steht mal wieder mehr als die halbe
Ziel der Angriffe ist mit der katholischen
Insofern geht es den konservativen Klerikern nicht anders als allen anderen konservativen Wachen gegen den Traum vom neuen Menschen. Von der Politik werden sie verfolgt oder sollten es zumindest sein, von den Medien gehetzt – und ganz unten sorgen marodierende Truppen unbehelligt für handfeste Einschüchterung. Evangelikale Kongresse wie im letzten Mai in Marburg müssen mit riesigem Polizeiaufgebot vor militanten Sozialisten und Homosexuellenaktivisten geschützt werden. Bei einem christlichen Schweigemarsch wie dem „Marsch für das Leben“ im September in Berlin werden feierliche Grußworte von NRW-Ministerpräsident
Der Wert von Zukunftsprognosen liegt vor ja allem auch im Erkenntnisgewinn, den man erwirbt, wenn man später untersucht, warum man mit seinen Annahmen falsch lag.
Nun werden im Jahre 2020 die allermeisten Leser hier hoffentlich noch leben und - es wäre zu wünschen - dieser Blog wird noch existieren. So kann ein jeder seine Erwartungen hier reinschreiben und sie dann überprüfen. Dazu wie dies gemacht werden könnte, mache ich am Ende auch Vorschläge.
Ich fange natürlich mit meiner Meinung wie es weitergehen wird an und stelle diese ausdrücklich zur Diskussion.
Klar ist das es immer anders kommt als man denkt. Deshalb bleibt hier nur die Möglichkeit, schon heute existierende Trends zehn Jahre in die Zukunft fortzuschreiben. Neu sich ergebende Trends vermag ich nicht zu erkennen. Diejenige, die das können sind ausdrücklich aufgefordert dies entweder hier reinzuschreiben - oder wenn sie z.B. zu schüchtern sind - mir per PN mitzuteilen. Ich verspreche, sie keinesfalls und nie bloßzustellen.
Ich sehe folgende Trends:
1. Die Politik des leichten Geldes und die Gefahr der Inflation
2. Die demographischen Veränderungen durch Alterung und Migration
3. Die Änderungen der öffentlichen wie veröffentlichten Meinung durch das Internet
4. Den massiven Bedeutungsverlust von Großorganisationen wie Parteien, Gewerkschaften
Man sieht ganz deutlich, daß ich nach Schwierigkeit der Voraussage gestaffelt habe. Während bei Punkt 1 überhaupt nicht kalr ist wie es weitergehen soll, ist es bei Punkt 4 überdeutlich und eigentlich fällt das was da passieren wird gar nicht mehr unter Vorraussage. Es ist jedenfalls keine große Kunst zu sehen wie das weitergehen wird.
Die Finanz- und die damit verbundene Weltwirtschaftskrise werden wahrscheinlich das gesamte nächste Jahrzehnt überschatten und ich vermute es wird sogar noch weit schlimmer werden. Wenn das 20. Jahrhundert das amerikanische Jahrhundert war, so wird das 21. Jahrhundert das chinesisch-indische Jahrhundert werden und die Grundlagen dafür werden noch in diesem Jahrzehnt gelegt werden. Den großen Krieg zwischen China und USA wird es sicher geben aber nicht mehr in diesem Jahrzehnt (da lehne ich mich mal aus dem Fenster).
Schon heute werden alle wichtigen Industrieerzeugnisse in Asien hergestellt und das was heutzutage aus dem Westen nach Asien exportiert wird sind zum größten Teil Investitionsgüter während aus Asien in den Westen zum größeren Teil Konsumgüter exportiert werden, die mit den (noch) im Westen gebauten Produktionsmaschinen hergestellt wurden.
Es gibt eine bedeutende Ausnahme: Nahrungs- und Genußmittel
Wenn man heutzutage in Asien durch den Supermarkt geht, findet man sehr viele Sachen aus Europa - Milchprodukte aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz (Schkolade) Wein aus Frankreich. Die Zeiten wo man mit einer Kisten guten Rotwein aus Frankreich 14 Tage Aufenthalt in Hongkong incl flug bezahlen konnte werden wohl vorbei sein, aber es ist immer noch so, daß man mit einem guten Rotwein seinen asiatischen Freunden eine große Freude machen kann.
Ich sage daher voraus, das es mit der industriellen Produktion in Europa und Nordamerika massiv abwärts gehen wird und die landwirtschaftliche Produktion und der Export nach Asien einen immer höheren Stellenwert bekommen wird. Auf jeden Fall werden die Teile die Teile der Produktionsstruktur ins Nirwana befördert werden, die nur durch Subventionen aufrecht erhalten werden können (Schiffbau), da einfach das Geld dafür fehlt .
Der Faktor Demographie schwebt zwar seit Jahrzehnten wie ein Damoklesschwert über dem deutschen Rentensystem und hier wird es zu einer dummen Zange kommen. Auf der einen Seite sind Rentner und Pensionäre dann eine viel zu wichtige Wählergruppe, als dass die Politik deren Ansprüche einfach negieren könnte, selbst wenn sie das beabsichtigte. Andererseits fehlen ja immer mehr die Beitragszahler. Das wird zu einem Teufelskreis führen in dem durch höhere Einzahlungsverpflichtungen ins Sozialsystem es zu einer immer stärkeren Auswanderung kommt. Allein deswegen werden höhere Steuern in Zukunft kaum noch zu höheren Einnahmen führen – selbst wenn eine Linksregierung an die Macht käme. Da der Staat seine Einnahmen nicht in dem Maße erhöhen kann, in dem durch die Alterung der Gesellschaft zusätzliche Kosten anfallen, muss er in den übrigen Bereichen drastisch kürzen - bei der Bildung sehen wir dies ja schon jetzt. Da kann dann ja auch gekürzt werden, weil es reltiv weniger junge Leute geben wird und die Industrie, die solche aufnimmt, ja auch wegbricht. Im Extremfall (sicher nicht in den nächsten 10 Jahren) wird es zu einer vollständigen Privatisierung des Bildungssektors kommen und damit dürfte sich allerdings auch ein Teil der Bildungsmisere von selbst erledigen. Das gleiche gilt für die Nachfrage nach privaten Sicherheitsdienstleistungen. Mitte des Jahrhunderts wird die Polizei vermutlich unter der Finanzierung privatwirtschaftlicher Träger laufen!
Das wichtigste Ereignis des vergangenen Jahrzehnts ist langfristig vermutlich weder der 11. September noch die Finanzkrise, sondern der Durchbruch des Internets zum Masseninformations- und Kommunikationsmittel. Aus der Perspektive der Kommunikationsgeschichte ist das wohl die wichtigste Revolution seit der Erfindung des Fernsehens wobei aus der Sicht der Veröffentlicher ganz sicher die Erfindung des Buchdrucks der bessere Vergleich ist. Erst mit dem Buchdruck war es technisch möglich Texte in großem Umfang und kurzfristig zur Veröffentlichung zur Verfügung zu stellen. Aus den daraus hervorgehenden Massenmedien wurde es möglich, daß eine kleine Zahl von Menschen eine so große Zahl von Haushalten direkt und exklusiv erreichen und beeinflussen konnte und damit faktisch ein Monopol über die Definition der Wirklichkeit besaß. Ich sage voraus, daß dies sich in einem überschaubarem Zeitraum erledigt haben wird und wir noch in diesem Jahrzehnt den Zusammenbruch von Zeitungsverlagen erleben werden. Das Internet hat von Anfang an Kommunikation und die Beschaffung von Informationen massiv verbilligt und wird die Markteintrittsbarrieren für Anbieter ebenfalls verbilligen wenn nicht sogar abschaffen (was ja grundsätzlich schon jetzt der Fall ist). Man muß an dieser Stelle noch mal deutlich machen, daß bis zum Durchbruch des Internets zum Informationsmedium es nicht möglich war, kostengünstig (wenn überhaupt) viele Menschen (theoretisch fast die ganze Menschheit) zu erreichen.
Das, was ein Großteil der türkischen Einwanderer in der Bundesrepublik praktiziert, nämlich mit Hilfe der Satellitenschüssel aus dem hiesigen Diskurs auszusteigen, steht im Prinzip heute schon jedem Bürger offen. In Zukunft wird es möglich sein, sich seine eigene Öffentlichkeit zu schaffen. Wer will, wird sich über Internet nur bestimmte Filme und bestimmte Nachrichten ansehen, Meinungen zur Kenntnis nehmen und nur die gesellschaftlichen Debatten verfolgen, die er für sich selbst als relevant erachtet. Der Spezialkonsum ersetzt immer stärker den Massenkonsum und das wird der Normalfall werden.
Die Mitgliederzahlen von Gewerkschaften, Kirchen und Parteien gehen zurück und werden weiter aus dem o.g. Grund zurückgehen, schon weil sie aus den o.g. Gründen das Informationsmonopol komplett verlieren werden. Die Großorganisationen können sich dem veränderten Arbeits- und Lebensbedingungen nur sehr begrenzt anpassen und werden am Ende des Jahrzehnts nicht nur ihre Deutungshoheit verloren haben sondern möglicherweise überhaupt nicht mehr wahrgenommen werden. Wie die Zeitungen wird es einige zur Mitte des Jahrhunderts gar nicht mehr geben. Welche? Keine Ahnung, aber um Gewerkschaften und Parteien würde ich mir schon Sorgen machen.
Am Ende der kommenden Dekade wird die deutsche Gesellschaft aufgrund der Einwanderung der letzten Jahrzehnte mit den USA vergleichbare Sozialstrukturen entwickeln. Ähnlich wie dort werden Stadtteile sozial und kulturell noch abgrenzbarer sein als heute. Das wird wahrscheinlich die Bereitschaft, für den Sozialstaat aufzukommen, massiv vermindern. Ich sehe überhaupt keine Chance den Status des derzeit vorhandenen Sozialstaates in Mitteleuropa auch nur annähernd aufrechterhalten zu können. Das Geld ist am Ende nicht mehr da und die nötige Solidarität wird es in einer meinungssegmentierten Gesellschaft gar nicht mehr geben. Waährend es in Asien mehr Sozialstrukturen geben wird, werden wir hier bis Mitte des Jahrhunderts hinter die Zeit vor Bismark zurückfallen.
Generell stelle ich mir einen immer stärkeren Rückzug des Staates aus immer mehr Bereichen vor, so daß am Ende des Jahrhunderts der Blick aus China auf Mitteleuropa ein ähnliches Bild liefern wird wie unser heutiger Blick auf Somalia. In diesem Jahrzehnt vorweggenommen wird dies durch die Segmentierung der Informationsmedien.
Wer sich in 10 Jahren an diesen Post erinnern lassen will, kann dies mit LetterMeLater.com - Schedule Email to be Sent Later Automatically oder Zeitkapsel.de tun. Diese Seiten und die Mailadresse müssen natürlich noch existieren.
Der Irrglaube, Feministinnen würden sich stets für die Sache der Frauen einsetzen, hätte lange vor Rommelspachers Auslassungen erschüttert werden müssen. Sind es doch mehrheitlich „Feministinnen“, die in ihrer Funktion als Gender- und Postkolonialismus-Forscherinnen seit Jahren Öffentlichkeitsarbeit für den Abbau von Frauenrechten betreiben. Die Auseinandersetzung mit dem Islam ist dabei nur eine ihrer Baustellen. Darüberhinaus zeigen sie Verständnis für afrikanische Beschneidungsrituale, Frauenhandel, Polygamie und sonstige Riten „fremder Kulturen“, die allein qua ihres angeblichen Fremdseins als das Bessere der „westlichen Zivilisation“ vorgestellt werden. Dieser wird dann im Gegenzug attestiert, die Ursprungsstätte frauenfeindlichen Denkens zu sein, als wären es nicht die Vereinigten Staaten und Westeuropa, wo die Frauenbewegung ihre größten Erfolge verbuchen konnte.
Die Berliner Kulturwissenschaftlerinnen Christina von Braun und Bettina Mathes etwa deuten in ihrem 2007 erschienenen Buch Verschleierte Wirklichkeit das von europäischen Politikern mit guten und schlechten Argumenten geforderte Kopftuch- und Schleierverbot als Ausdruck eines Bedürfnisses nach „Penetration“. In dieselbe Richtung zielt der von der Genderforscherin Gabriele Dietze geprägte Terminus des „Political Veil“, des „politischen Schleiers“, der die Forderung nach Aufhebung des Schleierzwangs als Sehnsucht nach der Unterwerfung des Frauenkörpers unter die kapitalistische Warenlogik zu deuten versucht
Was den postkolonialistischen Feminismus so unangenehm macht, ist aber nicht nur seine Neigung zur Psychologisiererei, sondern vor allem die Tatsache, dass muslimische Frauen in ihm gar nicht vorkommen. Gebraucht werden sie lediglich als Stichwortlieferanten, sei es als selbsterklärte „Opfer“ oder irregeleitete „Verführte“ westlichen Denkens. Anders als der Traditionsfeminismus, dessen Vertreterinnen genau wussten, für wen sie Partei zu ergreifen hatten, bewegt sich der postmoderne Feminismus damit in demselben Zirkel, den er seinen Kritikern unterstellt: Er ist eine Selbstbespieglung westlicher Akademikerinnen im Spiegel des „Anderen“, als dessen Popanz „fremde Kulturen“ herhalten müssen.
aus:
Es war an einem trüben Herbsttag 1993. In Kabul wurde seit einer Woche nicht geschossen. Marjan schlief in seinem Käfig. Schon damals ging er am liebsten nur bei Sonne ins Freie. Auf dem Hügel des Löwengeheges lag Chucha, Marjans Weibchen. Am Gitter vor dem Käfig standen fünf Mudschaheddin. Sie diskutierten und lachten. Einer von ihnen kletterte plötzlich auf das Dach über Marjans Käfig und sprang ins Gehege. Seine Freunde feuerten ihn an. Chucha beobachtete den Mann, aber sie rührte sich nicht. Als der ihr den Rücken streichelte, klatschten die Freunde Beifall. Auf einmal verstummte der Beifall. Marjan war erwacht. Er machte einen riesigen Satz. Der Hieb seiner Pranke war gewaltig. Die Krallen gruben sich tief in den Rücken des Mannes. Nach wenigen Minuten war er tot. Am nächsten Morgen explodierte eine Handgranate in Marjans Gehege. Die Splitter zerstörten ihm das linke Auge und zerfetzten seine Lefzen. Der Bruder des getöteten Mudschaheddin hatte die Granate geworfen. Er wurde dafür vor ein Militärgericht gestellt und zu Gefängnis verurteilt. Im Zoo erzählt man sich, dass er immer noch sitzt.
(…) Vor dem Affenkäfig drängeln sich ein paar Männer und Kinder. Sie treten gegen die Gitter und spucken die Tiere an. Der Mann, der hier seit ein paar Tagen das Sagen hat, ist fast zwei Meter groß. Er hat breite Schultern, weißes Haar und spricht Englisch mit breitem amerikanischem Akzent. Seine wütende Stimme ist schon von weitem zu hören. Er hat den Zeigefinger erhoben und fuchtelt damit einem kleinen Mann mit Bart und langem grauem Gewand vor der Nase herum. ”Ich habe angeordnet, dass Besucher von den Gittern ferngehalten werden”, brüllt er und gibt dem Übersetzer ein paar Sekunden. Der kleine Mann lächelt unsicher, hebt die Schultern. “Die Affen wurden schon wieder mit Stöcken geschlagen.” Der kleine Mann senkt den Kopf. “Wenn Sie Ihre Wärter nicht im Griff haben, lasse ich Sie als Direktor absetzen.” Der kleine Mann nickt und schaut verständnisvoll. Er heißt Sayed Aqa Omar und ist der Zoodirektor. Der große Mann legt freundschaftlich seinen Arm um ihn und sagt: “Okay, good guy.” Dann steckt er sich eine Zigarre an und geht davon. Sayed Aqa Omar macht ein gekränktes Gesicht. “Wir müssen Mr. Walsh nehmen, wie er ist”, sagt er. “Die Amerikaner können unser Volk nicht verstehen. Aber Mr Walsh bezahlt sehr gut.” Unter Tierschützern ist John Walsh ein Held wie der Chef der New Yorker Feuerwehr…
Neulich sagte ein Reporter: “Mr. Walsh, im Süden Afghanistans sind wieder drei Kinder gestorben. Wie geht es dem Löwen?” Walsh antwortete: “Wir kosten keine Steuergelder, und wir bekommen keine Hilfe von der UN. Was wollen Sie also?” Dann ging er zornig weg. Das Geld für den Wiederaufbau des Zoos von Kabul ist kein Problem. Als die ersten Bilder von Marjan um die Welt gingen, setzte die Spendenflut ein. Eine halbe Million Dollar sind bis jetzt zusammengekommen. Davon soll der Zoo eines Tages wieder in alter Größe aufgebaut werden.
Kabul hatte einen prachtvollen Zoo. Er wurde 1967 eröffnet und galt lange als der modernste zwischen Wien und Neu-Delhi. Mit einem kleinen Museum und einem schicken Restaurant. Die Wärter trugen graue Uniformen mit roten Streifen an den Hosen. Es gab 417 Tiere. Darunter afghanische Leoparden, die heute nur noch in sechs Zoos der Welt zu sehen sind, und eine stark bedrohte Gazellenart. Indira Ghandi schenkte einen Elefanten. Und der Kölner Tiergarten schickte Mitarbeiter, um die Pfleger auszubilden. In Köln kamen auch Marjan und Chucha zur Welt.
(…) “Ich verstehe leider nichts von Tiermedizin”, sagt Sayed Aga Omar. Seit acht Jahren ist er hier der Direktor. Früher saß er in der Finanzabteilung der Stadt. Bis der Bürgermeister kam und sagte, er solle sich um den Zoo kümmern. Außer ihm gibt es elf Wärter. Auch sie wurden von irgendwelchen Posten abgeschoben. Der letzte gelernte Tierpfleger im Zoo von Kabul war Akka Akbar. Ohne ihn gäbe es den Zoo nicht mehr. Als 1992 der Bürgerkrieg begann, flüchteten der Direktor und die anderen Pfleger. Akka Akbar blieb. Vier Jahre lang. Hinter dem Zoo hatte sich Präsident Rabbani mit seinen Truppen verschanzt. Er wurde von zwei Seiten beschossen. Nirgends im Land gab es mehr Tote. Akka Akbar hatte sein Bett vor einer Vogelvoliere aufgeschlagen. Der Raum ist der einzige, der nicht getroffen wurde. Akbar war ein schmächtiger kleiner Mann mit grauem Haar und schmalem Gesicht. Er hatte keine Frau und keine Kinder. Wenn die Kämpfe für ein paar Tage unterbrochen wurden, brachte ihm ein Schlachter aus der Stadt Fleisch für die Raubkatzen, auf Kredit. Manchmal wurde der Zoo von einer der Bürgerkriegsparteien eingenommen. Dann schlachteten die Mudschaheddin die Tiere. Akbar musste mit ansehen, wie sie mit Kalaschnikows auf die Tiger feuerten und wie eine Rakete den Elefanten von Indira Ghandi traf. Akka Akbar überlebte den Krieg. Und mit ihm rund 40 Tiere. Er wurde als Held gefeiert. Ausländische Fernsehsender reisten seinetwegen nach Kabul. Man sah, wie unwohl er sich dabei fühlte. Er sagte: “Ich habe den Tieren schöne Zeiten zu verdanken, da konnte ich sie in den schlechten Zeiten doch nicht alleine lassen.” In einer Nacht vor drei Jahren schlichen sich zwei Männer in Akbars Zimmer. Sie erwürgten ihn und warfen seine Leiche hinter dem Zoo in den Kabul-Fluss. Es heißt, die Taliban seien zornig über seinen Ruhm gewesen.
Unter den Taliban war der Zoo die letzte Attraktion der Stadt. Kino, Theater und Fernsehen hatten sie verboten. Wenn sie in den Zoo kamen, dann nie ohne Waffen. “An manchen Tagen waren es über hundert”, sagt Direktor Omar. “Sie sprangen auf den Affenkäfigen herum. Sie ritten auf dem Wildschwein, sie schlugen die Bären. Sie sagten, das seien unsaubere Tiere.” An einem Novembertag 1998 rollte Noruddin Torabi, der gefürchtete Justizminister der Taliban, in einem schweren amerikanischen Geländewagen auf den Zoo-Parkplatz. Omar stand am Löwengehege und erkannte ihn schon von weitem am schwarzen Turban, der Augenklappe und dem Bein, das er nachzog. “Wer ist hier verantwortlich?”, schrie Torabi. Omar rannte eilig zu ihm und stellte sich vor. Er hatte Angst.
“Der Koran verbietet die Haltung von Tieren”, sagte Torabi. “Sie müssen die Käfige öffnen oder die Tiere erschießen.” Torabi ließ Dieben die Hände abhacken und warf Männer ins Gefängnis, wenn ihr Bart zu kurz war. Omar hatte einen langen Bart. Er nahm seinen ganzen Mut zusammen: “Sie irren sich, Herr Minister. Im Islam sind Zoos erlaubt.” Für einen Moment glaubte Omar, Torabi würde einen Wutanfall bekommen. Er dachte an seine Frau und an seine sechs Kinder. Doch Torabi sagte nur: “Wir werden das oberste Gericht entscheiden lassen.”
In den folgenden Wochen studierte Omar den Koran. Er zog Zoologen und Juristen zurate. Sie stellten eine Liste mit Belegen zusammen, nach denen einem Muslim Tierhaltung erlaubt ist. Vom Propheten Salomon, der mit Tieren sprechen konnte, bis zu Mohammed, der Schäfer war und dem Gott befohlen hatte, Tiere zu lieben. Omar legte die Liste bei Gericht vor. Die Richter urteilten für den Zoo. In den folgenden Monaten kürzte die Regierung dem Tiergarten das Budget. Fleisch und Medikamente konnten nicht mehr bezahlt werden. Erst starben zwei Bären, dann das Wildschwein und eine Schildkröte. Im Sommer 1999 lag Chucha, die Löwin, tot im Käfig. Aus ihrem Maul lief Blut. “Seit Chucha tot ist, bewegt Marjan sich kaum noch”, sagt ein Wärter. “Sie war immer an seiner Seite.” (Marjan ist 2002 verstorben, T.)
Tierschützerseite von Petra Brunn
aus
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Auch in den Städten Mekka und Dschidda gibt es seit langem ein Verbot von Haustieren - auf dem Papier zumindest. Umgesetzt wurden die Regelungen bislang kaum. Haustiere haben in den Ländern der arabischen Welt keine Tradition. Hunde werden zudem als unrein betrachtet, und gläubige Muslime vermeiden jeden direkten Kontakt mit den Tieren. Daher ist es in Riad ohnehin ein sehr seltener Anblick zu sehen, wie jemand seine
Rat von islamischen Geistlichen
"Wenn ein Mann mit einem Haustier gefasst wird, wird das Haustier sofort konfisziert", erklärte Al Othman. Das Verbot wurde "Al Hajat" zufolge vom Gouverneur der Provinz Riad, Prinz Sattam, auf Anraten eines Rates bedeutender islamischer Geistlicher verfügt. Direktiven solcher Exekutivkommissionen werden oft nicht öffentlich als neue Gesetze bekanntgemacht. Die Medienberichte legten eine sofortige Wirksamkeit nahe - ohne, dass die Folgen in der Hauptstadt zu erkennen waren.
Verschiedene Tierhändler erklärten, sie wüssten nichts von einem Bann und verkauften munter weiter. "Ich habe nichts von einem Verbot gehört", sagte auch der 28-jährige Jasser al Abdullah, der mit seinem drei Monate alten Collie in eine Tierhandlung gekommen war. Zu Hause hat der Tierliebhaber noch einen knapp ein Jahr alten Labrador. "Ich werde der Sittenpolizei nicht erlauben, mir meine Hunde wegzunehmen."
Strenge Polizei-Kontrollen
Die Sittenpolizei ist ständig in den Straßen und Einkaufszentren des Königreichs unterwegs um sicherzustellen, dass sich unverheiratete Frauen und Männer nicht zu nahe kommen und die Frauen ausreichend verhüllt sind. Männer werden auch immer wieder aufgefordert, beten zu gehen. Die Sittenpolizei versucht jede mögliche Lücke im Überwachungssystem zu schließen.
Handys mit Kamera veroboten
2004 verordnete sie ein Verbot von Mobiltelefonen mit eingebauter Kamera, aus Furcht, Männer und Frauen könnten darüber Bilder von sich austauschen. Das Verbot scheiterte jedoch an der Beliebtheit der Geräte und musste widerrufen werden. Tatsächlich bietet sich innerhalb eines autoritären Kontrollstaats hier ein kleiner Freiraum. Im
Das Haustierverbot kann auch ein
Gefährliche Verwestlichung
Der Prophet ließ demnach einmal eine



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